Landesliga Süd: SV Gersweiler – FV Bischmisheim 2:3 (0:1)

Zuschauer: 100

Keine Belohnung für gutes Spiel gegen Tabellenführer

Denkbar glücklich hat Klassenprimus FV Bischmisheim seine Landesligapartie im Waldstadion gewonnen. Drei halbe Eigentore legten sich die Grün-Weißen ins Nest, machten zu wenig aus ihrer fast neunzig minütigen Überlegenheit. Der SVG hätte sich für seine engagierte und gute Vorstellung belohnen müssen. So bleibt die bittere Erkenntnis, dass man sehr wohl mit dem Top-Team mithalten kann, aber nun bereits gewaltig der Musik hinterher rennt.

Das eben absolvierte Spiel hinterließ ein paar Fragezeichen: „Hamma jetz e türgischer Doormann in de Zwedd?“ - „Näh Manne, das is de Benny, der hat e neiji Owwalippefrisur!“

Der SVG wusste was auf ihn zukam. Der bärenstarke Spitzenreiter aus Bischmisheim machte seine Aufwartung und die Gersweiler Jungs brauchten Punkte um oben dran zu bleiben. Entsprechend legten die Jungs los, deutlich mit Selbstvertrauen am Werk nach den zuletzt gut geführten, siegreichen Partien.

Victor Raab versuchte es schon in der zweiten Minute mit einem Drehschuss, es blieb beim Versuch, ein Luftloch unterband die Gelegenheit. Hin und her ging es in den Anfangsminuten, ein flotter Start.

Kurz ausgeführt landete eine Ecke bei Julian Holderried, dessen Schuss den Torwart noch vor keine Probleme stellte (5.). Immerhin, das war eine gute Variante. Gleich darauf setzte erneut Julian Holderried einen Schuss an, haarbreit über´s Eck dieses Mal (6.). Der Mann der Anfangsphase war nach knapp 10 Minuten wieder zur Stelle, verzog seinen dritten Abschluss.

Es kam so, wie es halt oft kommt, wenn vorne der Ball nicht im Eckigen landen will. Hinten fand er sein Ziel. Im Mittelfeld wurde ein Ball im Aufbauspiel verloren, gedankenschnell reagierten die Rehböcke, spielten einen exquisiten und perfekten Konter schnittig durch die Gersweiler Abwehr, veredelten ihn zur nach dem Spielverlauf durchaus überraschenden Führung (13.).

Knapp zwanzig Minuten waren von der Uhr, als Jens Seidel eine gute Gales Hereingabe Zentimeter am Tor vorbei köpfte, da waren die Gäste im Glück. Kurz darauf kam erneut Jens Seidel nach einer Ecke und auf Umwegen ans Spielgerät, traf hier leider die Kugel nicht richtig, verzog. Der SVG klar besser und tonangebend, es fehlten allein die Tore.

Klasse und raffiniert ausgeführt die einstudierte Version des nächsten Eckballs, der aus dem Rückraum von Alexander Tiepelt übers Tor gesetzt wurde (25.). Im Training waren diese Bälle dem Vernehmen nach allesamt in den Maschen gelandet…

Doch Alexander „Mexico“ Tiepelt blieb dran, zwei Minuten später zog er vehement und durchaus überraschend aus spitzem Winkel ab, der Torwart konnte das Ding gerade noch aus dem Eck befördern und zur Ecke klären. Diese wurde übrigens hübsch vergeigt.

„Haschde Feier fier mich?“ - „Han ich, hasch Du vorhin Doorchance gehad Kevin?“ Ganz schön hilfsbereit kann man sein, wenn es gilt die bedröppelten Jungs „aufzubauen“.

Ein wenig an Fahrt verlor die Begegnung zwischenzeitlich, das Tempo war hoch bislang, nun bemühten sich die Gäste um Ruhe, wollten dem SVG den Elan nehmen. Bis zur Pause gelang ihnen das, der SVG kam nicht mehr zum Abschluss, lag knapp und unverdient zurück. Vieles war richtig gut, das Gegentor überflüssig und der letzte Pass noch nicht immer der richtige. Alles war noch drin jedoch.

Pausen-Palaver im kulinarischen Epizentrum. Oft hat man in diesem Jahr nicht mehr die Gelegenheit. Würden die Grün-Weißen das Spiel noch drehen? Die meisten zeigten sich optimistisch nach guter erster Hälfte ihrer Elf.

Zum Erstaunen der Wurst- und Kaltgetränkevernichter stand der „Präsi“ in Abschnitt zwei im Kasten, schön orange markiert. Lukas Gockel hatte sich, wie er berichtete, wohl eine Zerrung zugezogen, musste passen.

Der neue Mann gleich gefordert, blieb Herr der Lage und schnappte sich die Kugel nach einem Konter (47.), war wenig später erneut zur Stelle und hielt (50.). Bischmisheim gehörten die ersten Minuten nach Wiederbeginn.

Doch der SVG machte den Ausgleich. Alexander Tiepelt vollendete in Torjäger-Manier ganz überlegt ins lange Eck, stark gemacht war das und entsprechend umjubelt der hochverdiente Ausgleich (51.).

„Scheißegal! Wenn nur die Hase heid owend gud sin, wenn ich hemm kumm!“ - „Gebbds heid mo käh hochkant Roulade bei da?“ Es sind tatsächlich immer ein paar hartnäckige Abweichler unter den Hanganrainern, die selbst durch ein tolles Tor nicht den kulinarischen Pfad aus dem Auge verlieren.

Erneut war Benjamin Lichter zur Stelle, das Spiel jetzt immer stärker, auch Bischmisheim mischte offensiv mehr mit. Beinahe wäre dann die Führung für Grün-Weiß fällig gewesen. Der Torschütze zum Ausgleich ging energisch auf und davon, zog aus spitzem Winkel ab und scheiterte knapp (56.).

Gleich darauf wurde der sich gut durchsetzende Julian Holderried gefoult, der Pfiff blieb aus, doch in der Folge ergaben sich knifflige Szenen bei einem tumultigen Strafraumgewurstel. Der SVG kam nicht durch mit seinen Schussversuchen, alles war verrammelt (58.).

Effektiver die Gäste. Einen weiteren Abwehrbock des SVG nutzten sie eiskalt, wieder war es Eric Fuhr, der die erneute Führung erzielen konnte für die Rehböcke nach exakt einer Stunde.

Der SVG ließ sich aber nicht lumpen. Schon der nächste Angriff war zielführend und zudem richtig ansehnlich vorgetragen. Yannick Schneider bugsierte die Pille letztendlich schmissig zum Ausgleich in die Maschen (64.). Den fröstelnden Glühweinverschmähern am zugigen Rand gingen die Gedanken durch: „Heid moije unna de Dusch han ich die gefidderde Angorabadeladsche angehadd!“ Hatte zwar nicht unmittelbar mit dem Ausgleich zu tun, wurde dennoch beigesteuert.

Jener Ausgleich allerdings hatte auch kaum Halbwertzeit. Schon zwei Minuten später sah sich der SVG bemüßigt den dritten gastfreundlichen Abwehrbock beizusteuern. Beinahe identisch der Entstehung des ersten Gegentores verpeilte man das Aufbauspiel und die abgezockten Gäste spielten den Konter wieder super durch zu ihrem Torversteher Eric Fuhr, der zum dritten mal traf, zur dritten Führung seiner Mannschaft.

In der Folge agierten die eigentlich spielstarken Rehböcke auffallend unorthodox und feuerten teils turmhohe Befreiungsschläge durchs weite Rund. Manch einer schwelgte in den Lehren der Achtziger und der fußballerischen Grundausbildung jener düsteren Trainerweisheiten: „Hoch und weit bringt Sicherheit!“ - „Jo Du Phrasedrescha, mach mo ebbes Nützliches, geh Noschub fasse!“

Nachschub tat auch Not in Sachen Torausbeute beim SVG, der sich hier unbedingt für ein starkes Spiel hätte belohnen müssen. Doch zum Ende der Begegnung fiel den Jungs der rechte Weg zum Tor nicht mehr ein. Durch die nun zwangsläufig offenere Ausrichtung ergab sich auch den Gästen die eine oder andere Chance hier alles klar zu machen, so auch für den Ex-SVGler Christopher „Toffi“ Schmitt, dessen Kopfstoß Benny Lichter aber super parierte (79.).

Der eingewechselte, angeschlagene Pascal Olivier setzte einen Distanzschuss aus dem Getümmel neben das Tor (84.). Die Zeit verrann unerbittlich.

Kurz vor dem Ende hätte Philipp Gales mit einem feinen Freistoßschnibbler beinahe den Ausgleich erzielt, das war richtig knapp, aber eben nicht drin (88.). Der selber Akteur hatte schließlich die finale Gelegenheit der Partie. Haarbreit strich sein Kopfball vorbei. Dann war Schluss. Der SVG hatte ein Spiel verloren, das er über weite Strecken überlegen und überlegt geführt hat. Drei Nachlässigkeiten in der Defensive, fehlende Effektivität bei den eigenen Abschlüssen und die letzte Konsequenz bei den Angriffen mündeten letztendlich in eine unverdiente Niederlage. Schade, denn man sieht, wozu die Mannschaft im Stande ist. Gut jedoch, dass die Jungs den Kopf nach der Partie nicht in den Sand steckten, diskutierten und nach vorne schauten.

Noch ist nicht aller Tage Abend, weiter machen und eins nach dem anderen.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 19. November um 14:30 Uhr gegen SV Rockershausen

SV Gersweiler:

Lukas Gockel (Benjamin Lichter) – Jens Seidel – Marvin Löscher – Alexander Hank – Yannick Schneider – Felix Nimmrichter – Philipp Gales – Julian Holderried (Pascal Olivier) – Dennis Peters – Alexander Tiepelt – Victor Raab

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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