Landesliga Süd: SV Altenwald – SV Gersweiler 1:3 (1:1)

Zuschauer: 100

Verdienter Auswärtserfolg

Recht gut ist der SV Gersweiler aus der Winterpause gekommen, hat sich nach überlegen geführtem Spiel verdient die drei Punkte in Altenwald geschnappt. Einziger Wermutstropfen ist die Rote Karte für Denny Noor, ansonsten kann der SVG auf eine ansehnliche und souveräne Leistung zurückblicken. Ein Sonderlob gebührt dabei Benjamin Lichter im Gersweiler Kasten, der nicht nur eine blitzsaubere Leistung ablieferte, sondern bereits das Tor der Zweiten gehütet hatte und dies bei klirrend kalten äußeren Bedingungen.

Mit dem Flaschenbier ihrer Herzen versehen klebte die dieses mal arg ausgedünnte Grün-Weiße Fangemeinde dicht zusammengedrängt am Rand, man suchte die Wärme des Rudels. Unverständnis bei nicht Involvierten: „Wie kinne Ihr dann bei demm Wedda Flaschebier saufe?“ - „Besser gehds doch gar nid! Im Summa wird die Brieh imma warm, heid mid Sichahäd nid!“

Kaum angepfiffen war Victor Raab der gegnerischen Abwehr enteilt. Sein Abschluss zu harmlos jedoch (1.). Überlegen geführt bereits die Anfangsphase, der SVG wirkte motiviert und hatte offensichtlich Spaß am Spiel. Zu Beginn fehlten einzig die echten Torszenen. Marvin Löscher versuchte es mit einer Flanke auf den kurzen Pfosten, wenige Zentimeter fehlten Dennis Peters, er brachte die Fußspitze nicht mehr an den Ball (11.), der Torwart war zur Stelle.

Wie erwartetet tief hinten drin die Gastgeber. Deren Konzept war eindeutig das Verbarrikadieren des eigenen Sechzehners und die Hoffnung auf schnelle Konter. Die Gersweiler Gegner hatten sich in ihrem Bunker verkrochen. Entsprechend ereignisarm das Geschehen zunächst in Ermangelung von Torabschlüssen. Ebenso ereignisarm die festgefrorenen Abläufe am Spielfeldrand, da ging es schon mal umtriebiger zu. Zeit für Frühlingsgefühle.

Mit einem Erfolg versprechenden Eigentorversuch brachte Altenwald urplötzlich Leben in die frostige Bude. Haarbreit ging ein Querschläger über deren eigenes Gehäuse (17.). Philipp Gales brachte die erste Ecke zu kurz, durfte sich jedoch erneut versuchen. Den rumorenden Grün-Weißen Veteranen Besserung gelobend versenkte er seinen zweiten Versuch leicht abgefälscht einfach direkt ins kurze Eck (18.). Nette Variante.

Abschweifend die Alleshinterfrager am Flaschenhals: „De Präsi hat gar nimmeh de IHK – Pulli ahn vun vorhin in de Zwedd!“ - „Näh! Der had sich mächdisch uffgehübschd, jetz issa orongsch!“

Altenwald bugsiere derweil einen ersten Abschluss via Freistoß aus achtzehn Metern über den Kasten des zitierten jungen Mannes. Ein etwas unnötiges Foul war dem vorausgegangen. Der SVG spielte weiterhin gefällig nach vorne, kam nun zu weiteren Gelegenheiten. Philipp Gales bediente mit schön abgelegtem Ball Roman Gertsmann, der seinen Schuss in Rücklage verzog (25.).

Erste Verluste bei der Fangruppe. Der eine oder andere strebte gen wärmenden Tresen: „Ähna aus Moskau däd hie im T-Shirt stehn ihr Weicheia! Schämen eich und bringen ebbes mid!“

Das Spiel vorübergehend etwas wilder. Der SVG nicht mehr ganz so souverän, Altenwald durfte sich mehr umtun ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Sich sicher wähnend fingen die Gersweiler Traumtänzer quasi mit dem Halbzeitpfiff allen Ernstes noch den völlig überflüssigen Ausgleich. Ohne jede Not und trotz eigentlich drückender Überlegenheit in den ersten fünfundvierzig Minuten. Etwas lästig diese epidemisch auftretenden Unpässlichkeiten.

Zeit auch für die Nichtweicheier sich dem nun dichtbesiedelten Innenleben des Clubheims zuzuwenden. Die SVG-Altgedienten hielten voller Eifer Mahnwache am Runden Tisch. Selbstvergessen und munter über frühmorgendliche olympische Erlebnisse schwadronierend entglitt der Ehemaligenschar das Spielgeschehen. Beim Wiedereintreffen am Spielfeldrand musste man sich von der neuen Gersweiler Führung durch Roman Gertsmann berichten lassen (48.). Auch abseits des Spielgeschehens häufen sich gerne mal die vermeidbaren Fehler…

Immerhin pünktlich genug waren die Exkursler wieder eingetrudelt um ihren „Präsi“ zu feiern. Aus heiterem Himmel gab es Elfmeter für die Heimelf. Kein Problem für den Null-Tore-Erfahrenen, der den gar nicht mal übel getretenen Ball aus dem Eck paradierte. Sonderlob Nummer zwei damit fällig (42.).

Wenig später setzte es dann Rot für den nun ruppiger agierenden Gastgeber. In Überzahl drängte der SVG immer mehr, bekam Chancen. Alexander Tiepelt scheiterte zu zögerlich, wurde auf Kosten einer Ecke geblockt (59.), die jedoch nichts einbrachte. Bis zum Sechzehner des SVA spielten die Grün-Weißen immer wieder gefällig, die Lücke fanden sie nicht so recht, gingen oftmals etwas zu umständlich zu Werk.

Bei seinem immer noch nicht erfrorenen Elfmetertöter durfte sich der SVG dann nach einer schläfrigen Unpässlichkeit bedanken. Benny Lichter klärte mit unorthodoxer Fußparade die knappe Führung für seine Truppe (65.). Zu sorglos war man hier gewesen.

Bei den Gastgebern wurde sich nun mehr und mehr der tiefer gelegenen Schubladen bedient. Fußballerisch ohne echten Zugriff versuchte man sich in Kampfsport, dessen reiche Facetten man eindeutig besser beherrschte. Alexander Tiepelt war Leidtragender, wurde in Minute 71 von einem einheimischen Ausbeiner fies weggeraspelt im Stil eines Ulli Borowka Sonderkommandos.

Pfiffig die Antwort des Gefoulten. Schön in Position gelaufen, auf das richtige Zuspiel gewartet und staubtrocken rein zur Entscheidung (73.). Gerne hätte „Mexiko“ umgehend nachgelegt, verzog nur eine Minute später knapp. Ein Tor verdient gehabt hätte der nächste Angriff. Klasse spielte der SVG über mehrere Stationen, Alexander Tiepelts Flanke bugsierte Victor Raab mit sehenswertem Seitfallzieher gen Gehäuse, scheiterte leider am aufmerksamen Torsteher (76.).

Provoziert von einem weiteren üblen Einsteigen der Gastgeber ließ sich alsdann Denny Noor wohl zu einer unangebrachten Reaktion verleiten. Rot für ihn leider (82.) und einigermaßen Tumult Höhe Mittellinie.

Viel passierte nicht mehr Alexander Tiepelt hatte noch eine finale und fette Einschussmöglichkeit nach feinem Zuspiel von Victor Raab, trat jedoch in vielversprechender Position über die Kugel. Aus.

Gut gemacht haben die Grün-Weißen das. Gegen einen unangenehmen und halsstarrig verteidigenden Gegner hat man die Ruhe bewahrt, teilweise feine Ballstafetten eingestreut und hochverdient gewonnen. Jetzt einfach weiter eifrig Punkte sammeln und den Spaß am Fußball spielen aufrecht halten, dann sieht man, was noch geht.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 04. März um 15 Uhr gegen den FC Kleinblittersdorf

SV Gersweiler:

Benjamin Lichter – Marvin Löscher – Denny Noor – Alexander Hank – Yannick Schneider – Roman Gerstsmann (Daniel Dreßler) – Philipp Gales – Dominique Banza – Dennis Peters – Alexander Tiepelt – Victor Raab

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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