Landesliga Süd: SC Blies – SV Gersweiler 3:1 (1:0)

Zuschauer: 120

 

SV Gersweiler erleidet heftigen Sturmschaden

Nach einem unerklärlich schwachen und einfallslosen Auftritt steht der SVG einigermaßen bedröppelt da, hat doch der SV Auersmacher ebenfalls eine überraschend deutliche Klatsche bezogen. Mit einem Sieg hätte man sich noch einmal in Schlagdistanz gebracht, doch nun wird dies ein gewaltiges Unterfangen. Zu wenig investiert der SVG in seine Spiele, mit derart kraftlosem Herangehen erntet man nix.

Die Reisegruppe hatte sich eingelebt, es war nett unter der Pergola mit dem schützenden Clubheim im Rücken und den kurzen Wegen zum verheißungsvollen Tresen: „Kann ich jetz mo ebbes ins Mikro schwätze. Kannschd jo Bier holle, ich mach die Uffstellunge?“ - „Finger weg han ich gesahd!“ Bei aller Liebe. Mit Stubbis ersteht man kein Sprecherlizenz.

Reichlich unglücklich begann für den ehedem schon wieder einmal personell auf links gedrehten SVG die Begegnung. Kaum war angepfiffen, da krümmte sich Fabio Jastram schon am Boden, musste mit übler Verletzung und ausgekugeltem Zeh ausgewechselt werden (6.). Gute Besserung für ihn. Dennis Peters nahm seine Position ein.

Erstaunlich verhalten der SVG. Die Partie mit einigen Nickligkeiten zu Beginn. Einzig durch Standardsituationen kam Grün-Weiß in Tornähe, als etwa Jens Albrecht knapp einen gut getretenen Eckball verpasst, der durch die Sturmböen schwer einzuschätzen war (11.). Die Situation blieb scharf, Alexander Hank fasste sich ein Herz, zog ab und Ex-SVGler Dominik Gruber im Kasten des SC Blies konnte sich erstmals mit starker Reaktion auszeichnen. Im Anschluss verzog dann Pascal Olivier aus aussichtsreicher Position.

„Ich leh das mo ab hie, ich geh Bier holle!“ - „Ich hann schun gedengt, der gehd gar nimmeh. Jetz isses Mikro frei!“ - „Un was willsche do rinschwätze? Dassa Bier holle is?“

Vorübergehend sah es aus, als sollte die Gersweiler Elf so langsam ins Rollen kommen. Erneut war Dominik Gruber präsent, klärte mit den Fäusten im Getümmel (13.). Ein Strohfeuer weitestgehend und nicht stringent verfolgt vor allem. Es blieb zu viel dem Zufall überlassen.

Beiderseits wurden dann Hereingaben Opfer der heftigen Böen, Bälle landeten im umliegenden Unterholz. Geholzt wurde derweil zwischen den Rivalen auf dem Platz. Ein Einsteigen der Gastgeber von außen bedacht: „Schirri!“ - „Her uff, das is de beschd warmgemachde Schirri in Deutschland, do kannsche nid ähnfach rinplärre!“

In dieser Phase kam die Partie langsamer als die Kontinentalverschiebung daher. Den Zuschauern wurde unansehnlicher Landesligafußball geboten, eine Geduldsprobe. Vor allem von Seiten des favorisierten SVG galt es sein Herangehen schleunigst gut durchzulüften. Bei zwei gefährlich vorgetragenen Kontern, die viel zu sorglos abgesichert wurden, war man dann zusätzlich im Glück, nicht ins Hintertreffen zu geraten (27., 28.). „Die Situationen wirken etwas zerfahren, kannsche uffschreiwe!“ - „Mach ich. Weil de Recht haschd Martin!“

Einen endlich einmal zielstrebigen und flotten Angriff präsentierte der SVG nach einer halben Stunde. Die klasse Hereingabe von Kevin Reuter grätschte mit toller Rettungstat ein Blies Verteidiger Jens Albrecht von den Einschuss bereiten Füßen. Die Ecke zunächst abgewehrt, aber der Ball weiter scharf, Pascal Olivier blieb letztendlich mit zwei Versuchen erfolglos.

Pascal Olivier inzwischen immer mehr um Struktur im defizitären Gersweiler Spiel bemüht. Beim SC Blies und dessen Defensive handelte es sich schließlich nicht etwa um ein schurkisches Sortiment von Ausbeinern der übelsten Sorte. Man musste ihnen jedoch auch einmal richtig zu Leibe rücken.

Lukas Gockel war nach einem Konter des SC Blies aufmerksam, parierte einen Schuss aus spitzem Winkel (35.). Auf der Gegenseite landete ein von Jens Albrecht getretener Freistoß zur Ecke abgefälscht im Toraus (37.). Diese brachte der Freistoßschütze mit dem Kopf leider nicht im Kasten unter.

Die technisch unterlegenen Heimelf machte durch Leidenschaft und Einsatz vieles wett. So auch in der 43. Minute, als ein halbherzig vorgetragener Gersweiler Angriff energisch unterbunden wurde und in eine Umschaltaktion mündete. Zu lethargisch die Gegenwehr, Jonas Richter ließ sich nicht lumpen und torjägerte die Führung für seien Mannschaft. „So e bleedes Ding!“ - „Unser Gejedoore sin imma bleed. Traditionell!“

Yannick Schneider kam noch zu einem Abschluss, der Ball gen Frankfurter Waldstadion (46.)…

„Oh! E Curry!“ - „Lass die Finga weg!“ - „Warum haschden nur ähni Gawwel mid?“ - „Weil ich Hunga han!“

Man stellte sich nicht nur bei der Reisegruppe die Frage, wie es sein konnte, dass, wenn der Torjäger mal Schluckauf hat, die gesamte Mannschaft Fieber bekommt. Bei all dem zweifelsohne vorhandenen Potential muss man dann auch mehr in die Waagschale werfen. Die Leidenschaft und das Engagement fehlten einfach bislang. Bei den Fans jedenfalls keine gute Vibrationen. Bei denen vibrierte nur der Tisch.

Vor den Augen der weiter anwesenden, inzwischen gesättigten und Saarlandliga erfahrenen Stadionkatze des heimischen SV Bübingen sollte dringend eine Leistungssteigerung her. Sie wirkte wenig amüsiert ob des Erspähten.

Schreckmoment auch früh in Abschnitt zwei für den SVG. In einem Laufduell musste sich Torsten Büchel an den Oberschenkel fassen (50.). Zunächst sah es nach einem weiteren verletzungsbedingten Wechsel aus, aber der künftige Gersweiler Spielertrainer biss sich letztendlich durch.

Riesendusel dann gleich im Viererpack für die offenbar Sturm geschädigten Grün-Weißen. Mit fetten Einschussmöglichkeiten scheiterten die Gastgeber am stark parierenden Lukas Gockel und sich selbst zwischen der 52. und 54. Minute. Schleierhaft, was die Jungs geritten hatte.

Immerhin berappelte sich die Mannschaft im Anschluss an diese wilden Minuten so halbwegs, legte ihrerseits den Vorwärtsgang ein, allerdings weiterhin maximal den Zweiten. Doch dann war urplötzlich Routinier Pascal Olivier hellwach und machte das Optimale aus einer sich ihm ergebenden Gelegenheit. Ein wunderbares Zuspiel von Mexhid Kadrija legte er unerreichbar für den starken Dominik Gruber in dessen Kasten zum Ausgleich ab (61.). Sollte die Begegnung doch noch eine Wende zum Guten erfahren?

Nach einem rasanten, allerdings etwas orientierungverlustigen Flankenlauf von Kevin Reuter geriet die Kugel auf Umwegen erneut Pascal Olivier vor die Flinte. Stark die Parade von Dominik Gruber, auch den Versuch von Kevin Reuter im Nachfassen entsorgte er super (64.).

Hoch her ging es unter den Kontrahenten, es gab einiges zu tun für den guten Spielleiter, der erwartungsgemäß stets auf Ballhöhe war. „Der do muss all zwei Spille e neiji Gelwi han so abgewetzt wie die is!“

Wieder konnte sich dann in dieser stärksten Phase des SVG die gastgebende Mannschaft bei ihrem Handschuhbeauftragten bedanken. Einen präzisen und pfiffigen Schuss von Yannick Schneider aus großer Distanz hielt er erneut herausragend (70), hatte nun schon mehr Chancen zunichte gemacht als eine Knoblauchfahne auf einer Singlebörse.

Der soeben eingewechselte Ex-SVGler Thim Scherer haute gleich einen raus ohne lange zu fackeln. Auch Lukas Gockel ein Könner, parierte stark (71.). Dann schien die Luft raus aus dem Spiel des SVG. Was wollte dieser? Ein Unentschieden brächte nichts, ein Sieg musste her.

Es war Thim Scherer die diese Schlafmützigkeit kompromisslos bestrafte. Mit einer starken Direktabnahme stellte er erneut auf Führung für seine Mannschaft (83.), hätte wenig später alles klar machen können, scheiterte jedoch zunächst an Lukas Gockel und letztendlich an einer Buche der näheren Umgebung (88.). Die schon länger andeutenden schlechten Vibrationen bei der Reisegruppe wurden nun langsam seismisch. Sollte man hier tatsächlich Schiffbruch im schweren Sturm erleiden?

Doch einen hatten die tapferen Mannen ohne eigenen Sportplatz, der nun Gott sei Dank neu gebaut wird, noch im anrüchigen Repertoire. Gegen ein nunmehr desolat agierendes Gersweiler Ensemble legte Jonas Richter auch noch den Endstand von 3:1 für den SC Blies nach. Hochverdient, weil mehr investiert. Der SVG wirkt mitunter wie von Chloroform grundsediert.

Im Derby gegen die Sportfreunde kann man sich mit dieser Einstellung schnell auch mal blamieren. Was möglich sein kann, hat man ja gesehen. Es wird auch an der Spitze noch der eine oder andere Punkt auf der Strecke gelassen. Das Auersmacher Ergebnis hat es gezeigt.

Die Gersweiler Reisegruppe bedankt sich im übrigen für einen angenehmen und kurzweiligen Aufenthalt bei den Freunden vom SC Blies. Viel Glück mit dem neuen Sportplatz! Auf dass der Wettergott ein Einsehen hat.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 17. März um 15 Uhr gegen Sportfreunde Burbach

SV Gersweiler:

Lukas Gockel - Marvin Löscher – Gabriel Stieglitz (Manuel Kiefer) – Torsten Büchel – Alexander Hank – Yannick Schneider – Fabio Jastram (Dennis Peters) – Pascal Olivier – Jens Albrecht – Mexhid Kadrija – Kevin Reuter

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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