Landesliga Süd: SV Geislautern – SV Gersweiler 2:3 (0:0)

Zuschauer: 180

„Ali“ bringt SVG zurück ins Geschäft – in letzter Sekunde

Dramatisch der Spielverlauf im Eberbachtal! Nach der Führung agierte der SVG zu sorglos gegen lange in Unterzahl spielende Hausherren, geriet in Rückstand und drehte mit einer Energieleistung und angetrieben von „Joker“ Daniel Reinhardt doch noch einmal die Partie. Jens Albrecht sorgte quasi mit dem Schlusspfiff für den umjubelten Siegtreffer. Jetzt sind die Grün-Weißen doch noch einmal ganz dick drin im Geschäft.

Geographisch überfordert die Gersweiler Reisegruppe. Am Runden Tisch, der inzwischen an der Spielfeldumrandung drapiert war, Stirnrunzeln ob der Worte des Stadionsprechers: „Herzlich willkommen im Eberbachtal…!“ - „Wie, im Eberbachtal? Ich denk ma sin hie an da Rossel, hamma uns vafahr?“

Auf dem sonntäglichen Zettel stand der schwere Gang zum Drittplatzierten SV Geislautern. Sollte in dieser Saison noch was gehen, dann galt es den Konkurrenten zu schlagen. Durchaus mit Zuversicht konnte der SVG beim Namensvetter aus dem Warndt zu Werke gehen. Mit dem sehr mannhaften Auftritt in Kleinblittersdorf hatte man Selbstvertrauen getankt.

Um eine erste Ecke wurden die Grün-Weißen in Minute zwei gebracht. Marvin Löscher hatte sich schön über außen durchgesetzt, wurde von einem Gegner gestellt, doch der klare Eckball blieb dem richtigen SVG verwehrt.

Ob eines vom Platz humpelnden Akteurs der vorangegangenen Zweitmannschaftsbegegnung reges Kopfschütteln: „So bin ich mei ganz Läwe noch nid vum Platz gekrawwelt!“ „Du nid, awwa de Gechna!“

Eine Nuance besser kam Geislautern zu Anfang ins Spiel, hatte die eine oder andere Offensivaktion, ohne jedoch zwingend zu sein. Insgesamt belauerten sich die Kontrahenten, man wusste ob der Bedeutung der Partie, tastete sich ab.

Nach 12 Minuten sah sich der SVG gehörig im Glück. Der Ball lag nach gutem Angriff der Heimelf im Kasten hinter Lukas Gockel, doch der Schiedsrichter hatte eine Abseitsposition gesehen. Das war eher keine, aber schwer zu entscheiden ohne Linienrichter.

„Ich bin mo gesponnd ob ich die Zehp heid unna die Bettdeck kriehn!“ - „Geh Bier holle!“

Lukas Gocklel war derweil in zwei Situationen aufmerksam Herr der Lage (14., 18), hätte dann aber keine Chance gehabt nur eine Minute später, doch Geislautern ließ eine Hundertprozentige liegen. Riesendusel für die Grün-Weißen.

Gersweiler noch mit deutlich Luft nach oben in dieser Anfangsphase. Man spielte verhalten und ohne echtes Zutrauen, zudem kamen die Pässe oft zu ungenau und gingen fehl. Mexhid Kadrija hatte ein paar Standards zur Verfügung. Allerdings kamen auch die erst einmal wenig präzise. Jens Albrecht wurde bis dato zudem bestens zugestellt von der Gästedeckung. Noch kam der SVG nicht mit ausgebreiteten vollen Flügeln daher, eher mit gestutzten. Doch das galt für beide Mannschaften.

Die Heimmannschaft betrieb dann ein munteres Kartensammelspiel. Mit teils unnötigen, zumeist taktischen Fouls holten sie sich eine Reihe gelber Kartons ab, was später noch eine wichtige Rolle spielen sollte.

Manuel Kiefer wurde bei einer solchen Aktion Höhe Mittellinie gefällt. Das war nicht von schlechten Eltern, wie die Warndttruppe hier bisweilen hinlangte. Aus den resultierenden zahlreichen Standards machte der SVG noch zu wenig. Es blieb ein zäher Kick in dieser ersten Hälfte. Eine etwas missglückte Ecke fand auf Umwegen zu Alexander Hank, doch der Kapitän wurde mit Stürmerfoul zurückgepfiffen (33.).

Mit einer Flanke wollte Mexhid Kadrija den gut eingelaufenen Jens Albrecht bedienen, doch der Torsteher des falschen SVG war aufmerksam zur Stelle, schnappte sich die Kugel (37.). Es wurde etwas lebendiger. Die richtig dicken Chancen blieben aber den Einheimischen vorbehalten, die vor der Pause noch zu zwei richtig guten Möglichkeiten kamen, beide jedoch fast kläglich liegen ließen (40., 44.).

Mit dem Pausenpfiff kassierte auch Ex-SVGler Philipp Hinze noch Gelb. Diese Karte sollte später noch Folgen haben.

Grundsätzliche Ursachenforschung bei den Altvorderen, ob gewisser Verhaltensmuster bei den jungen Akteuren allerorten: „Wenn ich irjendwo Trainer wär wird ich Samschdachs vun fuffzehn Uhr dreisisch an Training ansetze. Do däde se sich die ganze Firtz bei den Bundesligahaiopeis nid abgugge!“ Den Gedanken sollte man verfolgen. Mitunter ist das Gehabe schon mehr als Gewöhnungsbedürftig.

Kaum wieder auf dem Platz, da hatte es schon eingeschlagen im Gersweiler Kasten. Vermeintlich, denn es war Abseits, so jedenfalls hatte der sich nun unter den heimischen Zuschauern immer beliebter machende Schiedsrichter die Situation eingeschätzt (46.).

Es kam dann, wie es oft kommt. Jens Albrecht wurde einmal aus den Augen gelassen, bekam den Ball vor die Flinte und machte kurzen Prozess. Die etwas glückliche Führung für den SVG (51.).

Nur eine Minute später kippte die Stimmung bei Geislautern dann vollends und der Schiedsrichter rutschte auf der Beliebtheitsskala der Eberbachtaler etwa in die Nähe einer Schmeißfliege. Philipp Hinze war in den Strafraum eingedrungen, geriet in einen Zweikampf bei dem er mit Gegner zu Boden ging. Gelb-Rot für ihn, statt des durchaus möglichen Strafstoßes für Geislautern. Diese Entscheidung mehr als gewöhnungsbedürftig.

Gegen eine Heimelf in Unterzahl stiegen die Aktien des SVG nun deutlich mit der zuvor erzielten Führung im Rücken. Doch es sollte eine dramatische verbleibende Spielzeit werden.

Dennis Peters glitt ein Befreiungsschlag über den Schlappen und plumpste hinter dem Tor ins Aus. Ecke. „Denne häd ma kinne ins Aus schieße!“ - „Hadda jo!“ - „Ich menn in das Aus wo ma werfe muss!“

Sei´s drum. Nichts passiert. Die Ecke ohne Auswirkungen. Doch nun war auf einmal die Heimelf am Drücker, drehte mächtig auf und kam zu Chancen. Nach einem schlecht verteidigten Freistoß von der Seite ließ der SVG die Gastgeber gewähren und den Ausgleich erzielen (61.).

Und die Heimelf wollte mehr, spielte in Unterzahl mutig weiter nach vorne. Der SVG hatte seine Defensivordnung nun fast in Gänze verloren und kam offensiv auch kaum noch zur Geltung. Ein Abwehrspieler grätschte bei einer der wenigen Möglichkeiten Jens Albrecht die Pille vor den Füßen weg (69.). Man wurde ungeduldig, aber auch etwas sentimental am Routiniers-Rondell: „Ich bin jo frier als fier zwei Leid gelaaf!“ - „In de Kneip vielleichd!“

Mit technisch wertvoller An- und Mitnahme hätte sich Marvin Löscher fast eine gute Abschlussmöglichkeit geschaffen, ein Abwehrakteur konnte gerade noch klären (72.). Die Zeit lief und es musste ein Sieg her, zumal gerade die Kunde vom Kandiler Rückstand in St. Arnual die Runde machte.

Gerade hatte es den Anschein, als würde sich der SVG richtig berappeln, da mussten die Grün-Weißen einen weiteren Rückschlag verdauen. Nach einem unnötigen Ballverlust lief man in einen flott gespielten Konter und lag eine Viertelstunde vor dem regulären Ende nun sogar im Hintertreffen.

„Wemma hie heid valiere geh ich nimmeh gugge. Do sauf ich dehemm!“ Noch war nicht aller Tage Abend. Der letztendlich mit spielentscheidende Mann hatte soeben das Feld betreten. Daniel Reinhardt sollte nach langer Verletzungspause noch für die Wende sorgen. Das tat er dann auch. Quirlig und dribbelstark war er von Geislautern fortan nicht zu kontrollieren, stürzte die Heimelf von einer Verlegenheit in die nächste.

In Minute 85 leitete er aufmerksam einen Angriff ein, Jens Albrecht legte ab auf Mexhid „Meggi“ Kadrija und der Gersweiler Vorlagenkönig durfte den Torjäger geben. Der Ausgleich. Ging da noch etwas?

Es ging. Vor allem viel Zeit von der Uhr, denn Geislautern langte tüchtig hin und es hagelte Spielunterbrechungen. Dann durfte auch von Gersweier Seite eifrig mit dem Schiedsrichter gemosert werden. Einem klaren Treffer von Jens Albrecht verwehrte er fälschlicherweise die Anerkennung, hatte auch hier eine Abseitsstellung erkannt (86.).

Nun war tüchtig Leben in der Bude. Knallrot setzte es für einen Akteur der Heimelf nach allerdings technisch wertvollem, formvollendeten Foulspiel. Eine hübsch-hässliche Aktion die nun die doppelte Unterzahl seiner Truppe zur Folge hatte.

Mit einer klasse Flanke servierte Mexhid Kadrija für Jens Albrecht, doch dessen Kopfball ging in der letzten Minute der regulären Spielzeit fehl. Eine Minute später verfehlte auch Dennis Peters aus etwa achtzehn Metern knapp. Unerbittlich lief die Uhr runter. In St. Arnual war Schluss inzwischen. Der FC Kandil hatte tatsächlich verloren. Ein Sieg musste unbedingt her.

Einen weiteren Kopfstoß setzte Jens Albrecht über das Gehäuse, es war zum Haare raufen (93.). Als keiner mehr dran glaubte war es soweit, ein letzter hoher Ball segelte durch den Sechzehner der nun dort verbarrikadierten Geislauterer und dann war er zur Stelle. Jens „Ali“ Albrecht brachte in allerletzter Sekunde tatsächlich noch den eminent wichtigen Dreier unter Dach und Fach. Viel umjubelt selbstredend. Das sind Siege, die man in Erinnerung behält und die Ansporn sein sollten. Es geht noch was!

Untröstlich hingegen die Gastgeber. Sehr beherzt hatten diese lange in Unterzahl spielend dagegen gehalten, doch letztendlich war man dem Druck dann nicht mehr gewachsen. In manch Situation war zudem das Glück auf Seiten des richtigen SVG, das steht fest.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 07. April um 15 Uhr gegen Hermann-Röchling-Höhe

SV Gersweiler:

Lukas Gockel – Marvin Löscher – Manuel Kiefer (Daniel Reinhardt) – Torten Büchel – Alexander Hank – Dennis Peters – Julian Holderried (Moritz Frank-Meuren) – Yannick Schneider – Mexhid Kadrija – Jens Albrecht – Kevin Reuter

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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