Landesliga Süd: SV Auersmacher 2 – SV Gersweiler 1:2 (1:1)

Zuschauer: 200

Gersweiler Husarenstreich beim Auersmacher Kartenfestival

Unentschieden kann der SVG nicht. Kurz vor dem Ende einer sehr spannenden, jedoch nicht hochklassigen Partie, hatte Yannick „Schnicks“ Schneider das richtige Näschen und drückte die Kugel mit dem Kopf zum glücklichen, wenngleich nicht unverdienten Auswärtserfolg beim Tabellenführer über die Linie. Die Hoffnung bleibt, die Grün-Weißen sind aktuell in Top-Verfassung.

Die erste Hälfte musste wegen Kommunion bedingter Abwesenheit am Spielfeldrand recherchiert werden. Auch Christof Müller, dem Trainer der Heimelf sei Dank für ein paar Infos zum Spielverlauf.

Im großen und ganzen sahen die Zuschauer der Spitzenpartie eine gute Partie in diesen ersten fünfundvierzig Minuten mit Feldvorteilen für die Gäste. Chancen blieben beiderseits Mangelware. Es war schließlich ein Foulelfmeter, der zur Führung des SVG herhalten musste. Jens Albrecht war im Strafraum gelegt worden. Fabio Jastram verwandelte sicher vom Punkt (30.).

Etwas griffiger und stabiler kam der Gersweiler Auftritt daher. Die junge Heimelf hatte zunächst so ihre Probleme. Bei den Gersweiler Akteuren deutlich mehr Kerzen auf dem Kuchen, entsprechend größer die Erfahrung.

Allerdings sollte die Führung der Gäste den Pausenpfiff nicht mehr zu hören bekommen. Unmittelbar vor dieser nämlich ließ sich Marvin Löscher im Sechzehner und an der Torauslinie zu einem Foul hinreißen. Auch für Auersmacher folgerichtig der Elfer. Lukas Hector verwandelte ebenfalls bombensicher. Mit Remis gingen die beiden Spitzenteams in die Kabinen.

Bislang hatte der SVG einen guten und entschlossenen Eindruck hinterlassen ohne zu den ganz großen Chancen zu kommen. Auersmacher verteidigte konzentriert und ließ auch Jens Albrecht keine Abschlussmöglichkeiten zu bis dato. Er wurde, wie auch im weiteren Verlauf, zumeist gedoppelt, war allerdings trotz allem an fast allen Offensivaktionen des SVG beteiligt, wich auch auf die Außenpositionen aus.

Konnte man bei anderen Partien dieser Spielrunde bei der Frage nach dem richtigen Spielstand bisweilen den Eindruck gewinnen alle in der Runde seien hochgradig dement, so war es an diesem Weißen Sonntag eindeutig. Mit dem 1:1 war man sich einig. Auch die beiden Foulelfmeter hatten alle registriert. Ein Lichtblick. „Wie issen es ens null gefall?“ - „Wie e Bahnschrank issa gefall!“ - „Wer?“ - „De Lang!“

Einen guten Auftritt hatte die Reisegruppe von ihrer Elf bisher gesehen. In Abschnitt zwei hoffte man nun auf ähnliches und möglichst noch den Siegtreffer. Der Kandiler Sieg in Kleinblittersdorf hatte inzwischen die Runde gemacht. Ein Unentschieden reichte nicht.

Schon zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde deutlich, dass die Gastgeber nun um mehr Struktur vor allem in ihren offensiven Abläufen bedacht waren. Lukas Gockel musste bei einem ersten Angriff die Kugel vor einem durchgestarteten Angreifer erlaufen (46.). Wenig später klärte er nach einer Ecke vor Namensvetter Hector.

Vorweggenommen sei an dieser Stelle ein anderes Szenario. Wer nach Spielbeginn einen Blick auf den Spielbericht zu werfen gedachte, dem offenbarte sich ein byzantinisches Labyrinth der Illegalität, dass sogar Bernie Madoff zum Bettnässer degradiert hätte. Beim SVG standen 9 Gelbe (!) und eine Gelb-Rote Karte auf dem Zettel! Beim SV Auersmacher 2 zwei Gelbe und eine Knallrote, worauf später noch zu sprechen kommen wird. Die Zuschauer sahen eine intensive und umkämpfte Partie, aber ganz sicher kein Gemetzel. Der Schiedsrichter hatte eindeutig die Hand zu schnell am Abzug und deutlich überzogen agiert.

Zu passiv wirkte der SVG nach Wiederbeginn. Einen vielversprechenden, weil in Überzahl vorgetragenen Konter vermasselten die Grün-Weißen fahrig (50.). Ansonsten kam fürs erste nicht viel an in der Gefahrenzone. Nach einem der wuchtig und gefährlich vors Tor geschleuderten langen Einwürfe von Fabio Jastram wurde Alexander Hank mit Stürmerfoul zu Recht abgepfiffen (57.).

Ein feines Außenristflänkchen von Julian Holderried hätte um ein Haar zu Jens Albrecht gefunden, der in bester Position eingelaufen war. Im letzten Moment war Jan-Kevin Müller mit dem Scheitel zur Stelle, bereinigt zum Einwurf. Dieser erneut super geschleudert, der Kopfstoß von Jens Albrecht zu zentral platziert und ohne rechten Druck (66.).

„Gugg ich geschda Hallo Deutschland, wenne siehn ich? De halwe SVG!“ - „Was hanse dann widda gemachd?“ - „Nix, Sunnebrille kaaf!“ - „Was guggschen Du fier e Mist!“

Inzwischen wechselte das Spiel immer wieder die Richtung. Auersmacher wirkte etwas zielstrebiger, der SVG nun eher auf Konter bedacht. Im Abwehrzentrum des SVG machte vor allem Torsten Büchel deutlich, dass er Annehmlichkeiten auch sehr bestimmt verweigern kann.

Dann hatte Daniel Reinhardt einmal die Lücke erspäht und schön auf Jens Albrecht durchgesteckt. Diesem missriet allerdings in dieser Situation die Mitnahme, Chance vertan (72.). Sollte es tatsächlich auf das erste Unentschieden der Spielzeit hinauslaufen?

Scheinbar nicht. In der 76. Minute wurde es turbulent. Zunächst war Lukas Hector im Strafraum offenbar verletzt liegen geblieben, der SVG schoss den Ball beim Konter nicht aus, wurde dessen allerdings früh entledigt und erneut im Strafraum ging ein Auersmacher zu Boden: Foulelfmeter!

Wieder schnappte sich Lukas Hector die Kugel, doch dieses Mal scheiterte er mit seinem zu zentral getretenen Schuss am gut reagierenden Lukas Gockel. Riesenjubel bei den Grün-Weißen.

Auf dem Platz pirschte man sich näher an einen Treffer heran, die Mitgereisten an den Tresen. Die Schlussviertelstunde musste bestückt werden.

Gleich drei (!) gelbe Karten kassierte der SVG in Minute 78. Mexhid Kadrija, Jens Albrecht und Torsten Büchel wurden bedacht. Das hatte eindeutig inflationäre Züge und wurde der Partie nicht gerecht.

Daniel Reinhardt hätte dann um ein Haar und aus heiterem Himmel für die Gersweiler Führung sorgen können. Irgendwie hatte der Ball aus dem Mittelfeld den Weg in die Spitze gefunden. Der Gersweiler Dribbelexperte versäumte den zeitnahen Abschluss mit links, lief sich stattdessen fest. Da war deutlich mehr drin (82.).

„Jetz bringda de Mo!“ - „De Mo spilld doch, das is ähna vunn de beschde fier mich!“ - „Fier uns nid, weila ersch kummd Blinda!“ „Tatsach!“

Aus bester zentraler Position dann ein Freistoß für die Gastgeber, unmittelbar am Sechzehner. Lukas Gockel schnappte sich den allerdings zu harmlos über die Mauer bugsierten Schuss von Jan-Kevin Müller (86.). Der Konter zügig durchgespielt und höchst gefährlich. Nach schöner Flanke von Marvin Löscher ging Jens Albrecht volles Risiko, zog im Fallen direkt ab, scheiterte jedoch deutlich. „Jetz wärste berühmt geworden!“ - „Jo Fritz! Issa längschd. Der is Kirwepräsi!“ - „Das is doch de Benny?“ - „Der ach!“

Riesendusel kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit. An die Latte klatschte ein Schuss von Marius Bauer aus bester Position, da wäre nichts zu halten gewesen für Lukas Gockel.

Immer hektischer nun die Partie. Der SVG warf alles nach vorne, wollte den Sieg, spielte sich gegen die starke Defensive der Einheimischen aber zu wenig echte Chancen heraus. Es lief die Nachspielzeit. Auersmacher konnte nach schöner Hereingabe des eingewechselten Kevin Reuter gerade noch vor Jens Albrecht zur Ecke bereinigen. Dies fand erneut den „Langen“, dessen Kopfball ging Richtung Kasten und Yannick „Schnicks“ Schneider spritzte dazwischen und vollendete ebenfalls via Schädel zum viel umjubelten Führungstreffer in der 93. Minute.

Doch noch war nicht Schluss. Keine sechzig Sekunden später unterband Jens Albrecht mit technisch wertvoller, aber viel zu derber Grätsche das Auersmacher Angriffsspiel. Klare Angelegenheit: Gelb-Rot. Gelegenheit für einen letzten Wechsel. Daniel Dreßler kam noch in die Partie, offenbar wie alle anderen nerval am Anschlag drückte er dem auszuwechselnden Daniel Reinhardt die Wechselkarte in die Hand. Pfiffige Variante.

Der SVG fing die Freistoßhereingabe ab, konterte aufs verwaiste Tor und Julian Holderried wurde beim Versuch zur Entscheidung zu vollenden von Jan-Kevin Müller gelegt. Allerdings kam der Ball zu Mexhid Kadrija, der bloß noch einschieben musste, doch Pustekuchen. Der Schiedsrichter vorschnell. Rot für Jan-Kevin Müller, kein Tor für den SVG. Eine sehr fragwürdige Entscheidung. Letztendlich passierte nichts mehr, der SVG durfte ausgiebig jubeln, da wenig später Schluss war, doch was hätte sich der Schiedsrichter zu Recht anhören dürfen, wenn Auersmacher noch ausgeglichen hätte? Aus einem Vorteil wäre ein völlig absurder Nachteil geworden. Ein Unding.

Egal, der SV Gersweiler hat sich nach einem umkämpften Spiel bei den bärenstarken Auersmachern auch diesen Dreier gesichert und kann weiter hoffen, hat sich dies nach zuletzt tollen Auftritten auch redlich verdient. Konzept beibehalten, einfach weiter punkten!

Nächstes Spiel: Sonntag, den 05. Mai um 15 Uhr gegen FC St. Arnual

SV Gersweiler:

Lukas Gockel – Marvin Löscher – Torsten Büchel – Alexander Hank – Yannick Schneider – Dennis Peters (Moritz Frank-Meuren) – Fabio Jastram (Kevin Reuter) – Julian Holderried – Jens Albrecht – Daniel Reinhardt (Daniel Dreßler) – Mexhid Kadrija

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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