Landesliga Süd: SC Großrosseln 2 – SV Gersweiler 2:8 (2:2)

Zuschauer: 150

Ziel mit ein paar Schrammen erreicht: Relegation

Zur Halbzeit schaute man zwischenzeitlich in irritierte Gesichter. Trotz drückender Überlegenheit hatte der SVG bloß ein Unentschieden zu Werke gebracht bis dato. Doch nach dem Wechsel fielen die Treffer dann reichlich und mit einem deutlichen 8:2 Auswärtserfolg wurde die phänomenale Aufholjagd gekrönt und das Relegationsspiel gebucht.

Früh hatten sich große Teile der Gersweiler Reisegruppe auf in den Warndt gemacht. Alte Freunde und ein unterhaltsames Verbandsligaspiel als Appetitmacher für den eigenen Auftritt lockten. Ein paar Beulen vom Vortag waren bei dem einen oder anderen noch zu kurieren: „Ma han Vip-Karte beim FC gehad, bin glei durch ins Bett deno!“ - „So siehna ach aus, Herrjehmineh!“

Es galt den Deckel drauf zu machen und die großartige Rückrunde zu krönen. Mit einem Sieg wäre die Relegation gebucht, auf mehr zu hoffen, war nicht geboten. Mit einem Erfolg der Sportfreunde im Köfte-Paradies war nicht wirklich zu rechnen.

Für die Gastgeber lief die Begegnung denkbar schlecht an. Daniel Bund kugelte sich schon nach wenigen Minuten den Arm aus und musste das Feld verlassen (5.). Sehr unglücklich, gute Besserung!

Julian Holderried lief einigermaßen unbehelligt gen Sechzehner, zog aus etwa achtzehn Metern flach ab und der Ball schlug zur Führung im Rossler Kasten ein (7.). Um ein Haar hätte es drei Minuten später erneut eingeschlagen, aber Jens Albrechts Hammer klatschte scheppernd ans Lattenkreuz.

„Ens fuffzisch fiers Urpils! Hie spille ma imma, un scheen kald isses ach noch!“ - „Es missd nur dabba nommo enna gehen, meh drin is hie nämlich ach nid!“

Alles unter Kontrolle hatte der SVG vermeintlich in dieser Partie. Die Gastgeber ausschließlich im Verteidigungsmodus, ein Angriff nach dem anderen rollte auf deren Kasten. Ein abgefälschter Schuss von Mexhid Kadrija hoppelte am Pfosten vorbei, Ecke. Diese wurde von Alexander Hank perfekt verlängert, Jens Albrecht brauchte nur noch zu vollstrecken, das war es dann ja wohl schon (21.). Dachten jedenfalls alle.

„Do muss e Stürmer stehn!“ - „Jo Pruzzo, das mussd jo aweile kumme, das koschd!“ War aber absolut richtig. Das hatte der Lange mal wieder super gerochen.

Und kurz darauf war er wieder zur Stelle, legte vermeintlich die Vorentscheidung nach (24.). Pustekuchen, der Schiedsrichter hatte etwas dagegen, sah hier eine Abseitsstellung. Mitnichten, war eine Fehlentscheidung.

Was nun folgte, hatte aber in dieser Form so gar keiner auf dem Sender. Es zogen die Minuten des Gersweiler Defensiv-Tohuwabohus ins Land. Völlig sorglos ließen die Herrschaften die bis dahin völlig harmlosen Gastgeber gewähren. Diese sagten artig danke und legten unartig zwei sehenswert mies verteidigte Eier ins Grün-Weiße Nest (27., 29.). Bedröppelte Gesichter und Missmut bei den Traumtänzern des Favoriten. Das Spiel hatte in den zurückliegenden Minuten so (fahr-)lässig gewirkt, wie ein Bus voller Cannabisaktivisten.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatte der Schiedsrichter einen etwas fragwürdigen Auftritt. Nach einem Gerangel der inzwischen etwas biestiger agierenden Streithähne Höhe Mittellinie zückte er Gelb. So weit so gut, aber die anschließende nach einem Vollsprint zur Bank präsentierte Gelbe war nicht mehr nachvollziehbar. Und wem hat er die überhaupt gezeigt? Dort lungerten an diesem Sonntag nämlich gut ein Dutzend SVGler herum.

„Wem hadden de Sportbillie aweil Gelb gen?“ - „Alle gar! Das is e Sammelkard!“

Bis zur Pause gab es weitere Gelegenheiten für den SVG. Daniel Reinhardt hatte sich über links durchgefummelt, blieb dann aber kurz vor dem Tor hängen (34.), Jens Albrecht ließ sich nach feinem Zuspiel von Torsten Büchel ebenfalls die Kugel abluchsen (38.). Unruhe machte sich breit am wunderbar großen runden Tisch der üppigen Reisegruppe, sollte das heute tatsächlich noch ein Krimi werden?

„Ihr misse all digga gen, dann genna ach rüscha!“

Mexhid Kadrija wurde mit ziemlich heftigem Einsatz des Spielgerätes entledigt (43.) und Daniel Reinhardt zögerte mit seinem Abschluss aus kurzer Distanz zu lange, scheiterte aus etwa acht Metern (45.). Kevin Reuters Direktabnahme ging deutlich fehl (46.), eine letzte Chance nach sehr gutem Angriff brachte Dennis Peters vom Strafraumrand ebenfalls nicht unter (48.). Mit einem enttäuschenden Unentschieden ging es in die Kabinen.

„ Der, ders zwo zwo geschoss had, der had noch nie im Läwe e Door gemach, was hanna Eich danne do gedacht?“ - „Warscheins nix!“

Kaum war die Partie wieder aufgenommen, da bot sich Mexhid Kadrija eine Hundertprozentige. Aus wenigen Metern schoss er allerdings den auf der Linie verharrenden Handschuhmann an (47.). Doch gleich darauf durfte erleichtert gejubelt werden. Daniel Reinhardt schlenzte einen Freistoß ins Eck (48.).

Und das war es dann auch im Prinzip. Die Großrosseler Reserve löste sich im Anschluss mehr und mehr in ihre Bestandteile auf, war schlicht und ergreifend platt. Jens Albrecht torjägerte die nächste Bude, das seinem Onkel der Statistikstift heiß lief (50.).

„De Pruzzo tippt vier vier!“ - „Wenn das stimme solld kanna sich dann awwa warm anzieje!“

Von wegen. Jens Albrecht ergänzte die Statistik um einen weiteren Treffer nach einer Ecke (72.) und hatte noch nicht genug damit. Auch fünf Minuten danach war der Appetit geblieben, sein vierter Tagestreffer folgte (77.).

Dem eingewechselten Daniel Dreßler war der letzte Treffer vorbehalten, den er zehn Minuten vor dem Ende beisteuern konnte. Das war es dann, man fuhr das Programm runter und schonte die Kräfte. Am Donnerstag gilt es nun nämlich diese zu bündeln. In Nalbach-Körprich wird das Relegationsspiel um den Aufstieg in die Verbandsliga Südwest ausgetragen.

Mit einer herausragenden Serie und beeindruckenden Rückrunde hat sich der SVG dieses Finale redlich verdient, Was wäre alles drin gewesen ohne die Kalamitäten der ersten Saisonhälfte? Nach der Winterpause hat die Mannschaft sämtliche Spiele siegreich bestritten. Lediglich in Bübingen gegen die Freunde vom SC Blies musste man (unnötiger Weise selbstredend) die Segel streichen. Treppenwitz dabei: Schon dieser Dreier hätte gereicht zur gemeinsamen Tabellenführung mit dem allerdings verdienten Meister vom FC Kandil. Glückwunsch an diesen und auch an die U23 des SV Auersmacher. Für Christof Müller und seine junge, bärenstarke Truppe ist es natürlich bitter, sich im Endspurt noch abfangen lassen zu müssen.

SCG SVG

Nun heißt es für alle: Auf nach Körprich mit einer riesigen Reisegruppe! Unterstützt die Jungs in Grün-Weiß!

Nächstes Spiel: Donnerstag (Christi Himmelfahrt), den 30. Mai um 15 Uhr in Nalbach-Körprich gegen den SV Weiskirchen (Zweiter Landesliga West) – Relegationsspiel um den Aufstieg in die Verbandsliga Südwest

SV Gersweiler:

Lukas Gockel – Torsten Büchel (Gabriel Stieglitz) – Alexander Hank (Daniel Dreßler) – Marvin Löscher – Dennis Peters – Fabio Jastram – Julian Holderried – Mexhid Kadrija – Kevin Reuter – Jens Albrecht – Daniel Reinhardt

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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