Verbandsliga Süd-West: SV Gersweiler – SV Wahlen-Niederlosheim 4:2 (2:1)

Zuschauer: 150

Verdienter Heimerfolg – Serie wird fortgesetzt

Auch den ersten Verbandsliga-Auftritt im heimischen Waldstadion hat der SVG erfolgreich gemeistert und sich gegen einen allerdings eher schwachen Gegner hochverdient mit 4:2 durchgesetzt. Auf den Tag genau zwanzig Jahre nach der letzten totalen Sonnenfinsternis im Land herrscht bei den Grün-Weißen stattdessen eitel Sonnenschein. Nun steht der schwere Gang zum Topfavoriten nach Rastpfuhl auf dem Zettel.

„Du haschd ma doch vorhin schunn die Hand gen?“ - „Han ich nid, ich war vorhin noch gar nid do!“ - „Dann muss das gischda gewähn sin!“ Vom Dorffest in der Nachbargemeinde gezeichnet waren einige der SVG-Veteranen am Runden Tisch eingetrudelt, ganz auf der Höhe war die Anhängerschar noch nicht kurz vor Start der Partie.

Für die Jungs um Spielertrainer Torsten Büchel galt es unterdessen den optimalen Start in die Saison beim ersten Auftritt im heimischen Waldstadion zu bestätigen. Die Gäste aus dem Nordsaarland waren mit einer Heimniederlage gegen Großrosseln nicht ganz so gut bedient gewesen zum Auftakt.

Vor dem Anpfiff galt es für alle Grün-Weißen inne zu halten und einem der Ihren zu gedenken, der in der Vorwoche viel zu früh und völlig unerwartet verstorben ist. Bernd Keller hat tiefe Spuren hinterlassen und wird allen SVGlern in steter Erinnerung bleiben. Als Spieler, später lange Jahre als Jugendtrainer und auch als 1. Vorsitzender war er für den Verein aktiv und stets mit großem Herzblut und Engagement bei der Sache. Mit Trauerflor und einer Schweigeminute wurde seiner gedacht vor Beginn der Partie. Er wird fehlen.

Ereignisarm verlief die Anfangsphase der Partie. In den Strafräumen kam zunächst keinerlei Verwertbares an. Die Gäste standen tief in ihrer Hälfte, der SVG agiert zu behäbig und wurstelte etwas umständlich umher. Mexhid „Meggi“ Kadrija fasste sich nach exakt zehn Minuten aus spitzem Winkel ein Herz, doch dieser erste Abschluss sauste noch deutlich drüber.

Alexander Tiepelt scheiterte wenig später am besten Mann der Gäste, dem Torhüter. Sein Schuss allerdings auch zu unpräzise (13.). Abseits des Geschehens war der eine oder andere am Abschweifen: „Was bischden die ganz Zeit vum Flaschepfand am schwadroniere. Bleib mo vum Ricard weg Sunndachs Moijens!“

Die bis dahin völlig bieder und offensiv nahezu unsichtbar agierenden Nordsaarländer wurden schließlich von gastfreundlichen Gersweiler Tagträumern fast zum Führungstor eingeladen, konnten allerdings aus einer sich bietenden Großchance völlig frei gelassen nichts machen zum Glück für die Heimelf (18,). Der SVG schaltete schnell um und kam seinerseits zu einer vielversprechenden Gelegenheit, jedoch blieb auch Daniel Reinhardts Abschluss aus guter Position der Erfolg verwehrt.

Das kurz Aufflackern von Tempo und Torgefahr wisch zeitnah eher verminderter Attraktivität. Man musste sich am zwischenzeitlich wegen des einsetzenden Regens unterm Dach drappierten Stehtisch anderweitig unterhalten. Kochrezepte waren im Trend: „Gugge Ihr käh Fußball Ihr Schnarcher?“ - „Hall Dich raus! Mir koche!“

Zum Wachmacher der schwergängigen Begegnung geriet dann der Führungstreffer der Gäste. Aus heiterem Himmel landete der Ball bei David Schommer, der sich artig für die unverhofften Freiheiten bedankte und zur Überraschung aller den SVG in Rückstand brachte (33.). In diesem Moment hatte die Defensive vorübergehend ähnlich dicht gehalten wie die Schuhe eines Penners. Es sollte jedoch die Ausnahme bleiben, denn dies war die Zäsur im Spiel der Grün-Weißen. Urplötzlich waren die Herrschaften hellwach und es lief stetig besser fortan.

Der schmerzliche Rückstand hatte die Heimschläfer angestachelt, die jetzt mehr und mehr Fahrt aufnahmen. Lediglich vier Minuten brauchten die Gersweiler Jungs, da hatte Alexander „Mexico“ Tiepelt den Ausgleich erzielt, war ebenfalls sträflich alleine gelassen worden (37.).

Allein gelassen auch von Beobachtern. Einige Spätheimkehrer von der nachbarlichen Festwiese forderten nämlich den Videobeweis, hatten nichts von der Entstehung des Treffers und dem Abschluss mitbekommen. Pech gehabt.

Die trübselige Phase verschwand wie ein Vogel der übers Dach fliegt. Wesentlich austarierter kam das Ganze aus Sicht des SVG nun daher. Die Aufmerksamkeitsdefizite der Besucher mussten jetzt ausbleiben. Daniel „Rouge“ Reinhardt legte nämlich sogleich nach und der SVG hatte das Spiel in der 40. Minute gedreht und in die richtige Bahn gelenkt. Ein hübscher Salto des Torschützen obendrauf.

Bis zur Halbzeit sollte nichts mehr erwähnenswertes passieren. Es ging mit diesem verdienten 2:1 in die Kabinen. Der stärker werdende Regen trieb weitere Zuschauer unters Vordach oder ins Clubheim. Kein repräsentatives Augustwetter dieser Tage und wenig Platz noch am Runden Tisch: „Wemma nägschd Johr Saarlandliga spille misse ma do ebbes umbaue, misch reschd das Gedrängel do nämisch uff!“

Die Gersweiler Schlachtenbummler warteten noch die Wirkung von ein oder zwei Fläschlein Bier ab, dann konnte man sich wieder der zweitliebsten Beschäftigung zuwenden: Fußball schauen. Es ging weiter. Allerdings: „Du muschd Dich nid so kameradschaftlich in mei Blickfeld stelle aweil, sunschd haschde mo ball e paar in de Kieme!“

Im Vorwärtsgang und mit deutlich mehr Esprit nun der SVG am Werk. Eine erste durchaus vielversprechende Möglichkeit ergab sich nach einem Flankenlauf (!) von Yannick Schneider. Daniel Reinhardt kam zum Schuss im Sechzehner, doch die Abwehrrecken der Gäste konnten hier einen weiteren Einschlag unterbinden. Zu früh gefreut. Der Ball blieb heiß, Dennis Peters präzise Flanke köpfte Alexander Tiepelt ebenso präzise unter die Querlatte und hinter der Linie auftitschend zum Doppelpack ein (51.). Schöner Treffer.

Kurz darauf wurde Torsten Büchel einigermaßen ungestüm mit gestreckter Sohle angegangen, die Jungs aus dem Hochwald burschikos am Werk inzwischen und ziemlich rustikal. Es fehlten die spielerischen Mittel gegen die Überlegenheit der Grün-Weißen. Allerdings steckten die Gäste nie auf.

Nach exakt einer Stunde versemmelte der agile Alexander Tiepelt eine dicke Torgelegenheit zur Vorentscheidung. Prompt folgte die Quittung. Es gab nämlich im Gegenzug Foulelfmeter für die Gäste, die sich diese Chance nicht nehmen ließen und zum Anschluss trafen.

Jedoch gänzlich ungerührt spielten die Gersweiler Jungs weiter nach vorne, wollten das Ding nun klar machen. Um Klarstellung bemüht die Stehtischbesiedler: „Muschde heid noch schaffe?“ -“Jo!“ - „Dann häng e Schild raus, dass kenner Esse kummd!“

Mit schönem Drehschuss scheiterte zunächst noch Alexander Tiepelt am guten Schlussmann der Gäste (73.) bevor Dennis Peters nach dem schönsten Angriff der Partie und sehenswerter Hackenvorlage von Daniel Reinhardt zum 4:2 traf.

Mexhid Kadrija war nach dieser Aktion am Boden liegen geblieben, musste man sich da Sorgen machen. Keineswegs: „Was issen mim Meggi aweil?“ - „Nix! Der stehd glei widda uff, de Sascha kummd nämlich!“

Noch zwei, drei Halbchancen ergaben sich für einen nun drückend überlegenen SVG, doch weder Mexhid Kadrija noch Ertan Yontar sollten weitere Treffer gelingen. Es blieb beim hochverdienten Erfolg, den die Grün-Weißen nun ihrer beeindruckenden Serie hinzufügen konnten.

Mit Spielwitz und ordentlich Tempo hat man die etwas behäbige Anfangsphase vergessen gemacht. Nun steht der schwere Gang zu Topfavorit und Saarlandliga-Absteiger FC Rastpfuhl an. Man darf gespannt sein.

SV Gersweiler:

Hendrik Wagner – Marvin Löscher – Torsten Büchel – Burhan Yontar – Dennis Peters – Julian Holderried (Kevin Reuter) – Yannick Schneider (Moritz Frank-Meuren) – Pascal Hartz – Alexander Tiepelt (Ertan Yontar) – Mexhid Kadrija – Daniel Reinhardt

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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