Verbandsliga Süd-West: SV Gersweiler – FC Kandil 5:2 (3:2)

Zuschauer: 300

Tabellenführung zur Kirmes – Jessas…

Mit maximal möglicher Punktausbeute prangt der SVG zur Kirmes tatsächlich alleine an der Tabellenspitze. Nach verbummeltem und uninspiriertem ersten Abschnitt kamen die Grün-Weißen gegen ihren „Lieblingsgegner“ letztendlich aber zu einem verdienten und klaren Erfolg. Die Kirmes darf sich auf beschwingte Gäste freuen an einem strahlend sonnigen Montag. Herrjehmineh…

Vor Spielbeginn galt es noch den neuen Trikotsponsor zu belobigen. Dies wird an anderer Stelle noch ausführlich gewürdigt, an dieser Stelle wird lediglich der Zuschauerkommentar zum „Alslaekur-Hof“ berücksichtigt, es war ein wichtiger: „Was hannen die fier Bier?“

Mit ihrem Flaschenbier der Herzen versehen konnten sich alsdann die zahlreichen Spektateure dem anstehenden Kirmesspiel der alten Rivalen widmen. Man durfte auf eine unterhaltsame und womöglich gar spektakuläre Partie hoffen, die Kontrahenten hatten in der Vergangenheit so manch kuriose Auseinandersetzungen abgeliefert.

Jedenfalls konnten die Grün-Weißen beim erwartet schweren Gang gegen den FC Kandil auf rege Unterstützung aus Hassel bauen. Die einschlägig bekannten Aufstiegsrecken und Ehren-Kirmespräsis Jens Albrecht, Alexander Hank, Benny Lichter und Daniel Dreßler nebst weitere Konsorten waren hübsch in Aufstiegs-T-Shirts gewandet zur Kirmes aufgeschlagen, hatten bereit am Vortag im Dutzend billiger ihren Sieg gefeiert.

Diesen hatten auch die Grün-Weißen natürlich fest im Visier, wollten sich die heimischen Feierlichkeiten versüßen. Allerdings sah man von dieser Fokussierung zunächst nicht viel. Die Gäste kamen deutlich besser in die Gänge und agierten überraschend offensiv. Die Umstehenden eher defensiv, insbesondere jene Abteilung, die zum Grilldienst eingeordnet war an diesem Sonntag: „Wann gehna dann in die Bud, ich han Kohldamp?“ - „Glei, ma schwitze noch aus un gehen dusche!“ - „Das kinne na eich spare, wenna do drin ware, kinne na glei nommo dusche!“

Ein großer Dank auf alle Fälle an die Akteure der A-Jugend und zweiten Mannschaft, die den Sonntag mit ihrer Unterstützung zu einem erfolgreichen machten.

Kaum etwas zu sehen war bisher von der Heimelf, doch die Führung erzielte diese. Pascal Hartz war in der 7. Minute nach einem Eckball zur Stelle, lochte zum 1:0 ein. Es schien alles nach Plan zu laufen.

Doch lange sollte die Freude nicht anhalten. Kandil fuhr einen Angriff, Torsten Büchel stellte den durchgelaufenen Stürmer völlig fair und die Situation schien geklärt, lediglich die Frage Eckball oder nein stand hier im Raum. Denkste! Der Unparteiische hatte eine ganz andere Idee, entschied zur Überraschung aller auf Elfmeter. Eine gänzlich absurde Entscheidung. Selbst die Gäste waren verblüfft, hatten vehement Eckball gefordert.

Nicht zu ändern. Der Elfmeter wurde ausgeführt und saß natürlich auch prompt zum Ausgleich im Kasten (11.). Ernüchterung fürs erste. Dieser Pfiff war ein Pilotprojekt. Ohne jegliche Gegnerproteste ein Überraschungsei gelegt. Außer Bier trinken und hadern konnte man nicht tun. Hätte man aber ehedem getan.

Einen etwas hibbeligen Eindruck hinterließ die Gersweiler Elf in der Anfangsphase, fand nicht so recht in die Begegnung gegen motivierte und kämpferische Gäste. Und weiter gab das Gespann eine denkbar unglückliche Figur ab. Ein klarer Rückpass wurde vom Torhüter mit den Händen aufgenommen, kein Pfiff, aber ein Gegenzug. Dieser wiederum brandgefährlich und in eine Ecke mündend. Die landete irgendwie im Rückraum und abgefälscht hinter dem machtlosen Lukas Gockel im Kasten (15.). Der Rückstand. Es galt nun um das Kirmesbier zu kämpfen und den nie gefundenen Faden aufzunehmen.

„Kannschde mo kurz uffpasse, ich muss mo rin?“ - „Der do? Der krid jo noch nidmols die Doore mid, mänschde, der kind uff die Bud uffpasse?“

Lukas Gockel war mit einer ersten super Parade zur Stelle in der 23. Minute. Es sollte beileibe nicht seine letzte sein. Doch damit schien er einen Weckruf getätigt zu haben. Fortan stabilisierte sich das zerfaserte Spiel der Gastgeber, die mehr und mehr ihren Rhythmus fanden.

„Wivill Kilo haschen Du?“ - „112!“ - „Ah so, e Notrufgewichd, dass des da besser merge kannschd!“

Von der Mittellinie versuchte es schließlich pfiffig Mexhid Kadrija, der Torwart ließ sich allerdings nicht überlisten, war zur Stelle.

Die Pause war schon in Sicht, doch es sollte noch einiges passieren. Zunächst vergab Daniel Reinhardt aus etwa sechzehn Metern mit einem verunglückten „Strumpfbändler“, doch die resultierende Ecke landete bei Yannick „Schnicks“ Schneider, der den Ausgleich schnicksen konnte (45.).

Vehement kam die Gersweiler Mannschaft nun auf, blieb am Drücker. Wegen einer längeren Verletzungsunterbrechung, der Kandiler Torwart musste früh das Feld verlassen, wurde ordentlich nachgespielt. Und diese Zeit wussten die Grün-Weißen trefflich zu nutzen. Aus dem Halbfeld bugsierte Mexhid Kadrija einen Freistoßhereingabe punktgenau auf Pascal Hartz, der mit dem Kopf auf Führung für den SVG stellte. Pause unmittelbar darauf. Der SVG hatte auf die träge Anfangsphase reagiert und sich gesteigert.

Die Zuschauer durften sich auf eine weiter sehr unterhaltsame zweite Hälfte freuen, es hatte ja bereits in der Vergangenheit ein paar Begegnungen der beiden Kontrahenten mit hanebüchenem Spielverlauf gegeben. Alles war drin.

War in manchen Phasen des ersten Abschnitts noch der Eindruck und die Anmutung eines Wimmelbilds prägend für das Grün-Weiße Auftreten, so wurde die nun mehr und mehr korrigiert. Die zweiten fünfundvierzig Minuten waren wesentlich besser.

Einen Freistoß aus vielversprechender Position setzte Spielertrainer Torsten Büchel zunächst noch schmissig in den Fangzaun (52.). Mexhid Kadrija dribbelte sich im Strafraum fest, 3 Mitspieler waren vielversprechend positioniert gewesen (56.). Noch besser die Situation wenig später (59.), am Fünfer bekam die Gersweiler Fummelkutte den Ball nicht richtig am Torhüter vorbei, der Ball blieb allerdings scharf und den Schuss Daniel Reinhardts aus dem Rückraum kratzte ein Kandiler Spielverderber irgendwie noch von der Linie.

Sehenswert wurde es in der 72. Minute. Einen klasse Steilpass von Daniel „Rouge“ Reinhardt pflückte Mexhid „Meggi“ Kadrija perfekt runter und wuchtete anschließend die Kugel mit Schmackes ins Dreieck. Super Treffer in Entstehung und Abschluss! Das sollte doch nun genügend „Winterspeck“ sein fürs Kirmesbier?

Doch es wurde erst einmal spektakulär. Eine Kandiler Ecke fand einen Kopfballabnehmer aus den Reihen der Gäste. Dieser mit Wucht und Präzision, aber Lukas Gockel fischte den Ball mit Weltklasse-Parade aus dem Eck. Eine phänomenale Rettungstat.

Dann lief sie an die 84. Spielminute, jene Minute in der vor einigen Jahren das Verhängnis seinen Lauf nahm und der SVG gegen eben diesen Gegner noch eine 4:0 Führung vergeigte. Am Runden Tisch krallten sich schwitzende Hände in einladend beschlagene Flaschen, man zählte die Minute runter.

Es gab allerdings nicht viel zu zählen, geschweige denn sich bange machen zu lassen. Der eingewechselte Kevin Reuter machte nach perfekt gespieltem Konter mit einem überlegten Abschluss die Kirmes klar, nun war der Sieg unter Dach und Fach (87.).

Einem Gästeakteur ging kurz vor dem Ende der fairen Partie dann leider noch der Gaul durch. Gelb-Rot für diese unnötige Aktion und gleich darauf war das Spiel dann auch vorüber. Ein verdienter Sieg gegen zunächst sehr halsstarrige, dann aber immer mehr abbauende Gäste war eingetütet. Mit der Tabellenführung wurde dieser abermalige Sieg überdies noch belohnt. Die Kirmes darf geentert werden. Prost!

Nächstes Spiel: Sonntag, den 01. September um 15 Uhr beim SC Großrosseln

SV Gersweiler:

Lukas Gockel - Burhan Yontar – Torsten Büchel – Marvin Löscher – Yannick Schneider (Kevin Reuter) – Dennis Peters – Pascal Hartz (Moritz Frank-Meuren) – Julian Holderried – Daniel Schönefeld (Ertan Yontar) – Mexhid Kadrija – Daniel Reinhardt

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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