Verbandsliga Süd-West: SC Großrosseln – SV Gersweiler 1:4 (0:1)

Zuschauer: 200

Auch im Warndt bleibt die Weste weiß

Mit blütenweißen Trikots trat der SVG in Großrosseln an und behielt nach neunzig unterhaltsamen Minuten auch die weiße Weste. Lediglich ein paar Rasenschlieren trübten das freudige Gesamtbild. Der SVG bleibt die Mannschaft der Stunde. Gegen lange in Unterzahl spielende Gastgeber musste man jedoch nach vorübergehenden Ausgleich doch noch mal etwas bangen. Letztendlich stand jedoch ein verdienter Erfolg im Warndt zu Buche. Nun kommt Perl-Besch zum Spitzenspiel ins Waldstadion!

Die erste halbe Stunde wurde nach verspätetem Eintreffen wegen der Zweitmannschaftspartie auf der Ritterstrasse von Rosslern folgendermaßen dargestellt: „Es steht schunn ens null fier Eich un mir han schun Rot. Kannschd de Block inpagge un da e Fläschje holle, do brennt nix meh an!“ Zudem wurde unisono das Spiel der echten Grün-Weißen aus Gersweiler als sehr ansehnlich und wohl strukturiert beschrieben. Die Führung hatte Marvin Löscher nach dynamischem Lauf über die linke Außenbahn erzielt (11.).

Mit eigenen Augen betrachtet stellte sich das Bild aktuell dann jedoch ein wenig anders da nach nun mehr als 30 Spielminuten. Die Gastgeber muckten nun etwas auf, der SVG schien das Ergebnis verwalten zu wollen. Immerhin flatterte ein Freistoß von Mexhid Kadrija vielversprechend durch den Strafraum, fand am zweiten Pfosten Burhan Yontar, der erneut eine bärenstarke Leistung ablieferte, doch dessen Abschluss geriet daneben, zudem hatte der unsicher wirkende Linienrichter hier die Fahne oben (38.).

Bewegung am Runden Tisch: „Kinne Ihr mo kurz e Au do druff werfe, mir misse mo schnell ums Eck?“ - „Uff eia Fläschja? Gere!“

Urplötzlich kam Großrosseln dann zu einer sehr passablen Tormöglichkeit, vergab diese allerdings. Auch hier war eine Freistoßhereingabe vorausgegangen (40.). Marvin Löscher konnte sich zwei Minuten später nicht entscheidend durchsetzen im Sechzehner, kam nicht durch mit seinem Versuch (42.).

Kurz vor dem Pausenpfiff versuchte es auch noch Daniel Reinhardt, verfehlte aus der Distanz den Kasten. Mit der knappen Führung wurden die Seiten getauscht, nach starkem Beginn hatte der SVG zuletzt etwas gedrosselt agiert.

Das warf Fragen auf: „Schreibschde jetz: Die Spielafraue sin attraktiver alses Spill?“ - „Mach ich gern Thomas!“ Hätte sich durchaus angeboten das Wortspiel bei adrett auf, bzw. in diesem Fall vor der Stange drapierten Damen, doch die Begegnung gab sich bis dato durchaus ebenfalls ansehnlich, wenngleich auch noch verbesserungsfähig.

Flotten Schrittes kam der Gast aus den Kabinen und sogleich zu einer ersten Gelegenheit. Leider war wieder einmal die Fahne oben und unterband diese Situation (46.). Der SVG schien alles unter Kontrolle zu haben, hatte viel Ballbesitz und stand bis dahin meist sehr sicher. Doch dann war man ein mal nachlässig, verbummelte einen eigentlich harmlos erscheinenden Rosseler Angriff und schon war es passiert. Jean-Paul Fries, der Torschusssonderbeauftragte der Heimelf schlug zu und schlenzte die Kugel akkurat ins Eck zum Ausgleich. Das war eine geschäftsschädigende Abwehraktion aus Sicht des SVG.

Nun kamen die Gastgeber immer mehr auf, wollten sich auch mit nur zehn Mann wohl den Dorffest-Sieg ergattern. Fast hätten sie tatsächlich noch die Führung nachlegen können. Der SVG war in dieser Phase unsortiert und wackelte. Großrosseln versemmelte eine fette Einschussmöglichkeit (57.) nach sehr gutem Angriff.

„Geschda ware ma uffem Fuffzischde!“ - „Hanna alles gen?“ - „Jeder, jeder hat alles gen!“ Das galt nun auch für die echten Grün-Weißen, jeder musste nun noch mal einen Zahn zulegen, sollte die unheimliche Serie nicht heute einen Knick bekommen oder gar völlig reißen. Aktuell war da zu viel Bummelzug auf den Gleisen.

Daniel „Rouge“ Reinhardt fummelte sich in Sachen Weckruf durch den Sechzehner und im Weg stehende Abwehrstelzen, sein Schuss aus etwas schräger Position allerdings deutlich übers Gehäuse (63.). Der Konter gefährlich, weil Hendrik Wagner nach hohem Zuspiel vor dem Strafraum etwas in Bredouille geriet, aber letztendlich klären konnte.

Auch der SVG bekam seinen Konter. Super gespielt wurde dieser zudem. Daniel Schönfeld am Ende der Verwertungskette, lief alleine auf den Torwart zu und finalisierte mit unhaltbarem Abschluss in den Winkel (67.).

Im Anschluss an diese Aktion hätten die Gersweiler Jungs gleich mehrfach den Sack zumachen können, ja müssen. Zunächst scheiterte Daniel Schönfeld aus kurzer Distanz mit seiner Direktabnahme nach starkem Zuspiel von Mexhid Kadrija, allerdings hatte der Torhüter hierbei auch phantastisch reagiert.

„Eckes, wie lang issen noch?“ - „Ich han käh Zeid fier so ebbes, ich schreib hie mit!“ Noch eine Viertelstunde war auf der Uhr und noch war die Messe nicht gelesen, die Einheimischen gaben sich beileibe noch nicht geschlagen, spielten in Unterzahl nach vorne.

Julian Holderried vernaschte im Sechzehner einen Gegenspieler, war frei durch und wurde glasklar umgerempelt (75.). Kein Pfiff! Das war absurd, weil absolut eindeutig. Auch aus Rosseler Sicht kein Zweifel: „Do gebds käh zwei Meinunge“ Gab es aber wohl doch…

Die nächste Kontergelegenheit für den SVG gegen nun alles nach vorne werfende Gastgeber. Die beiden eingewechselten Ertan Yontar und Kevin Reuter hatten jede Menge Raum und bloß noch einen Akteur des SC vor sich, spielten das Ding aber zu unpräzise und verdaddelten diese Riesenmöglichkeit (81.). Sollte sich dies noch rächen?

Marius Görgen, der Rosseler Kapitän, war vermeintlich auf und davon, doch auch hier machte der Abseitspfiff dem Unterfangen ein jähes Ende (84.). Noch war der Sieg nicht eingetütet.

Dann reihte sich Mexhid Kadrija ein in die Liste der Gersweiler Unglücksraben in Sachen Vergeben kapitaler Torchancen. Auch er aus kurzer Distanz nach feinem Zuspiel von Daniel Reinhardt, zu mittig jedoch und Beute des starken Handschuhmanns (87.).

„Das do hann awwa bleed gemach grad!!“ - „Ach!“ Eine Zitterpartie aus Sicht des Tabellenführers.

Es lief schon die letzte Minute der regulären Spielzeit und soeben hatte der Schiedsrichter vier Minuten Nachspielzeit angezeigt, da hatte die Gersweiler Defensive Marius Görgen erneut aus den Augen verloren. Dieser kam im Sechzehner zum Schuss, der um Haaresbreite neben dem Gehäuse landete. Riesendusel.

Doch der Gersweiler Joker machte dann endlich den Sack zu. Kevin Reuter legte den Ball nach einem weiteren Konter bombensicher im Tor ab (91.). „Gehma hemm?“ - „E Scheidbecha gehd imma! Ma sin Rossla!“

So mussten die Großrossler Freunde auch nicht das letzte Tor versäumen. Dieses fiel in der 94. Minute und erneut war Kevin Reuter der Schütze zum Endstand von 4:1 aus Sicht des SVG.

Man hat sich gegen wehrhafte Jungs aus dem Warndt lange schwer getan trotz Überzahlspiel. Am Ende steht ein weiterer Sieg zu Buche, die Kerben auf dem Lauf werden mehr und mehr. Nun steht aber ein ganz schwerer Brocken ins Haus. Perl-Besch kreuzt am kommenden Sonntag im Waldstadion auf. Das wird ein heißer Tanz und nach den bisher so überzeugenden Leistungen sollte der SV Gersweiler zahlreiche Unterstützung erfahren. Auf ins Waldstadion!

Nächstes Spiel: Sonntag, den 08. September um 15 Uhr gegen SG Perl-Besch

SV Gersweiler:

Hendrick Wagner – Marvin Löscher – Burhan Yontar – Torsten Büchel – Yannick Schneider – Pascal Hartz – Dennis Peters (Manuel Kiefer) – Julian Holderried (Kevin Reuter) – Daniel Schönfeld (Ertan Yontar)– Mexhid Kadrija – Daniel Reinhardt

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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