Verbandsliga Süd-West: FC Noswendel-Wadern – SV Gersweiler 1:0 (0:0)

Zuschauer: 150

Nun ist es passiert: Erstmals ohne Punkte seit März

Nichts währt ewig! Dies ist keine neue Erkenntnis, der SVG musste die leidvolle Erfahrung im Regen schwangeren Hochwald machen. Allerdings durchaus vermeidbar, legt man die Vielzahl bester Einschussmöglichkeiten nebst zweier Aluminiumtreffer zu Grunde. Nun ist sie futsch die formidable Serie, doch Grün-Weiß grüßt weiter von der Tabellenspitze. Das hat doch was.

Einen der längsten Wege hatte die Gersweiler Reisegruppe unter haferbreigrauem Himmel vor sich. Es galt den Hochwald anzusteuern und rechtzeitig zum Spitzenspiel (der SVG spielt seit geraumer Zeit ausschließlich Spitzenspiele) aufzuschlagen. Kein leichtes Unterfangen in Ermangelung direkter Zufahrtswege: „Wenn ich mir mo e Audobahn bau…!“ - „….dann kummd die bei da Kahlsbersch raus, is schun klar“

Immerhin war Teil 1 des sonntäglichen Unterfangens geglückt, der Platz zeitig aufgespürt, nun musste noch ein Stellplatz eruiert werden: „Wo hannen die unsa Runda Disch?“ - „Do hinne, un der is voll mit Bier un Schnaps unnem Haufe Leid, die kinne ebbes hie owwe!“ Musste man halt mit der Barriere vorlieb nehmen, Pech gehabt.

Schnell wurde noch durch die Runde gespäht und die eine oder andere Entdeckung gemacht: „Geiler Hund, gefalld ma!“ - „Es Frauche ach!“ In Sachen Völkerverständigung unnachahmlich die gesellige Reisegruppe.

Dem SVG stand ein schwerer Gang bevor. Auf dem triefnassen, aber ansonsten hervorragend präparierten Rasen wartete ein kampfstarker und robuster Gegner auf die Grün-Weißen, die natürlich unbedingt ihre blütenweise Weste verteidigen wollten.

Recht gut kam man dann auch rein in die Partie. Viel Raum bot sich gleich zu Anfang bei einem ersten Angriff, doch zu umständlich fummelte sich der SVG hier noch fest (3.). Eine Minute später spitze Schreie und Zusammenzucken in der benachbarten Damenrunde. Ein wuchtiger Befreiungsschlag des SVG war in der Familienplanung eines Heimschläfers gelandet. Noch wurde das Spiel nicht mit der ganz feinen Klinge geführt, eher mit dem Breitschwert.

Eine erste richtig gute Gelegenheit bot sich Daniel „Rouge“ Reinhardt, der sich flink gegen zwei Mann durchsetzen konnte und mit seinem Schuss etwa vom Sechzehnerrand am gut parierenden Torwart scheiterte, den Nachschuss wuchtete Kevin Reuter in einen Abwehrspieler (6.).

Auch bei der Reisegruppe waren erste Angriffe erfolgt, hier allerdings erfolgreich und sehr zufriedenstellend: „Das wunnad mich awwa, dass die im Hochwald Urpils hann, die saufe hie nämlich oft nur Bitburja!“ - „Das war ach mei Angschd, hamma Gligg gehad!“

Dann wurde es leider ungemütlich. Der Nieselregen zu Spielbeginn ging nach und nach über in fiesen Dauerregen. Das seifige Geläuf immer schwerer zu bespielen, jedoch insgesamt in einem top Zustand.

Brandgefährlich wurde ein von Mexhid Kadrija getretener Freistoß aus dem Halbfeld, den Kevin Reuter mit schöner Direktabnahme aufs Tor donnerte, doch auch hier war der Torwart der Heimelf mit klasse Reaktion zur Stelle (12.).

Nach knapp zwanzig Minuten musste Torsten Büchel eine erste brenzlige Situation zur Ecke bereinigen, die ebenfalls für Gefahr sorgen sollte, doch ein Abseitspfiff entledigte im Nachgang den SVG größerer Sorgen.

Nur eine Zeigerumdrehung später musste Hendrik Wagner mit einer ersten Großtat seine Elf vor dem drohenden Rückstand bewahren, zu nachlässig hatte man hier einen Stürmer durchlaufen lassen.

Fast wäre dann auf der Gegenseite die Führung für den SVG fällig gewesen. Ein abgefälschter Distanzschuss von Pascal Hartz landete haarscharf neben dem Kasten. Inzwischen sahen die Zuschauer ein attraktives Kampfspiel, das hin und her ging. Defensiv agierten die Grün-Weißen bislang durchaus stabil, offensiv hatte man überdies bereits gute Szenen.

Ein tückisch vor Hendrik Wagner auftitschender Schuss flutschte diesem aus den Armen, doch dem völlig frei vor ihm stehenden Stürmer verunglückte die Direktabnahme völlig, landete deutlich neben dem Tor (34.). Aufatmen auch am nicht vorhandenen Tisch: „Ich han aweile gedachd der haut uns das Ding hie um die Ohre, wo hadden der hingebolzt?“

Die Gersweiler Elf nun immer stärker unter Druck. Kaum noch konnte sich der bis dahin leicht überlegene Spitzenreiter aus der eigenen Hälfte befreien. Der heimische FC mit ordentlich Dampf unterm Kessel.

Wieder stand Hendrik Wagner dann im Blickpunkt. Mit starker Fußabwehr paradierte er gegen einen allein vor ihm aufkreuzenden Stürmer (40.). Zwei Minuten später war die Gersweiler Defensive inklusive des Torwarts eigentlich bereits ausgeschaltet, doch Marcel Lorig, der gegnerische Mittelstürmer, brachte es netterweise fertig den Ball ans Außennetz des verwaisten Tores zu setzen. Gehöriger Dusel für die Gersweiler Jungs, die den Pausenpfiff herbeisehnten.

Aus nachvollziehbaren Gründen sehnte man im strömenden Regen diesen Pfiff auch an der Barriere herbei: „Han sie mo Feia fier mich?“ - „Jo, gern! Awwa kämmeh Bier! Der soll abpeife!“ Inzwischen blinzelten die Umstehenden wegen des strömenden Regens, als erreichten sie eine neue Schlafphase.

Schließlich beendete der gute Spielleiter den ersten Abschnitt auch. Durchatmen bei allen Protagonisten. Ins einladend gastliche Clubheim verfügte sich die Reisegruppe hierzu. Kein leichtes Unterfangen, die etwa hundertfünfzig weiteren Zaungäste ebenfalls mit im Stau bei immer garstigeren äußeren Bedingungen.

Deutlich verbessert kam der SVG nach schwächelnder letzter Viertelstunde aus der Kabine. Julian Holderried versuchte es gleich mal aus der Distanz, abgefälscht landete sein Schuss daneben (47.). Sechzig Sekunden später fand eine akkurate Flanke von Mexhid Kadrija Yannick Schneider, dessen Kopfball ebenfalls knapp fehl ging.

Rätselraten, ob eines eigentlich vertrauten Phänomens, allerdings diesmal in falschen Händen: „Was mache dann die hie mit nem weiße Schirm?“ - „Das is bestimmd ähna vun Deine, Du laschd se jo iwwaall stehn!“

Einen Freistoß aus eigentlich guter und zentraler Position entsorgte der FC-Abwehrchef schmissig ins Grün, verzog mal so richtig (49.). Die Grün-Weißen nun wieder überlegen, aber immer wieder auch die Einheimischen mit gefährlichem Umschaltspiel auf immer schwerer zu bespielendem Geläuf, das kaum noch der Regenmassen Herr wurde.

Fast war eine Stunde von der Uhr, da bot sich Kevin Reuter urplötzlich eine top Gelegenheit. Statt aus guter Position einfach drauf zu halten zog er ein Abspiel vor, Noswendel-Wadern konnte zur Ecke klären. Auf Umwegen landete diese bei Torsten Büchel, dessen Kopfstoß von der Unterkante der Latte auf die Linie plumpste (60.). Welch ein Pech für Grün-Weiß. Die Führung schien nur noch eine Frage der Zeit, zumal nun Dennis Peters aufs Feld kam, der vor dem Spiel im Kreis der Reisegruppe eine flotte Ankündigung gemacht hatte: „Ich bin faschd widda fit, hug awwa erschd mo uff da Bank. Dann kum ich späda hald rin un mach e Door!“

Einen sehr ansehnlichen Angriff fuhr der SVG in der 65. Minute. Mexhid Kadrija servierte im Sechzehner für Ertan Yontar, doch dessen Schlenzer aufs lange Eck geriet zu hoch und ging fehl. Nur einen Minute später zimmerte der ebenfalls eingewechselte Daniel Schönfeld mit seinem ersten Ballkontakt die Kugel an den Pfosten. Längst hätte Grün-Weiß in Führung liegen müssen, zumal Sekunden später Alexander Tiepelt nach einem weiteren tollen Angriff gerade noch geblockt werden konnte.

Den widrigen Bedingungen zum Trotz lieferten die beiden Mannschaften ein höchst ansehnliches und attraktives Spiel ab in dem der SVG nun deutlich tonangebend war. Doch was zählt, das sind weiterhin die Tore und diese hatte man bisher versäumt zu erzielen.

Höhe Mittellinie verlor der SVG dann völlig ohne Not den Ball, lief in einen schnellen Konter und hatte am langen Pfosten keinen Zugriff mehr, drin das Ding zum unglücklichen Rückstand (74.). Jetzt war die Serie in höchster Gefahr, bei nur noch einer Viertelstunde Restspielzeit.

Mit Wut im Bauch und gehörig Wucht fuhren die Grün-Weißen nun ihre Angriffe. Zu ärgerlich das unnötige Gegentor und die bis dahin versemmelten Torchancen. Dennis Peters setzte mit klasse Hereingabe Alexander Tiepelt in Szene, doch dieser donnerte aus bester Position übers Gebälk (81.).

Moritz Frank-Meuren brachte ebenfalls eine super Flanke vor den Kasten, Daniel Schönfeld versuchte diese mit dem Fuß auf den Kasten zu befördern, hätte hier wohl besser den Kopf vorgezogen. Chance vertan (86.). Es wollte und wollte nicht gelingen an diesem Tag.

Kurz vor dem Ende wurde es dann noch etwas unschön. Die Gemüter erhitzt bei diesem auf Messers Schneide stehenden Spiel das auf Biegen und Brechen umkämpft war. Das Gespann bewahrte die Ruhe und kam ohne den dunklen Karton über die Runden. Leider sollte den Gersweiler Jungs kein Treffer mehr gelingen. Nun ist es passiert, die erste Niederlage, ja die ersten verlorenen Punkte überhaupt, seit März steht zu Buche. Irgendwann musste dies geschehen. Es hätte nicht sein müssen, eine Vielzahl von Möglichkeiten war da, doch daran lässt sich nun nichts mehr ändern. Kein Beinbruch, einfach noch mal zwanzig Siege nachlegen oder eine ähnliche Strategie ausbaldowern!

Nächstes Spiel: Sonntag, den 13. Oktober um 15 Uhr gegen SC Reisbach

SV Gersweiler:

Hendrik Wagner – Burhan Yontar – Torsten Büchel – Julian Holderried – Pascal Hartz – Yannick Schneider – Ertan Yontar (Daniel Schönfeld) – Alexander Tiepelt (Moritz Frank-Meuren) – Mexhid Kadrija – Daniel Reinhardt – Kevin Reuter (Dennis Peters)

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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