Verbandsliga Süd-West: SV Gersweiler – SV Losheim 1:2 (0:1)

Zuschauer: 120

Tabellenführung hergeschenkt

Trotz deutlicher Überlegenheit hat sich der SVG mit insgesamt viel zu bockiger Spielweise um einen weiteren Erfolg gebracht. Gegen stellenweise überhart hinlangende Gäste aus dem Hochwald ließen sich die Gersweiler Jungs wohl auch etwas den Schneid abkaufen. Nun ist sie dahin die lange behauptete Tabellenführung. Es gilt nun, den Bock umzustoßen und wieder ins rechte Fahrwasser zu kommen.

Gezeichnet wirkten die Protagonisten am Runden Tisch, ein Bockbierfest hatte Wirkung gezeigt: „Wer kamma dann mo weidahelfe, wann bin ich danne hem am Freidach?“ - „Gar nid, es war schun lang Samschdach!“

Schon in der zweiten Spielminute konnte der SVG eine erste gute Möglichkeit verzeichnen. Es gab Freistoß aus guter Position, etwa 22 Meter vor dem Losheimer Gehäuse. Doch die Ausführung sollte durchaus sinnbildlich für das gesamte Spiel der Grün-Weißen an diesem Sonntag sein. Normalerweise hat man gute Varianten im Repertoire, dieses Mal jedoch endete das ganze als hübscher Rohrkrepierer (2.).

Ohne großartige Umwege ging man beiderseits in den Zweikämpfen zu Werk und ordentlich in die Vollen. Julian Holderried etwa räumte schmissig einen Gegenspieler zwanzig Meter vor dem eigenen Kasten ab. Ebenfalls Freistoß, ebenfalls richtig fies vermurkst (5.). „Der do war jo noch schlimma als unsra vorhin!“

Ansonsten war in dieser gewöhnungsbedürftig niveauarmen Anfangsphase eifriges Fehlpassen angesagt und es wurde weiterhin wenig Federn Lesens gemacht in Sachen Zweikampfführung. Marvin Löscher wurde bei einem Schussversuch stilvoll umgelegt, kein Pfiff (11.), auch Torsten Büchel wurde gleich darauf im Mittelkreis heftig angegangen, auch hier keine Intervention des schwachen Spielleiters, dem die Partie mehr und mehr aus den Händen gleiten sollte. Die Kontrahenten auf dem Feld boten sich eifrig das Sie an jedenfalls.

Urplötzlich tat sich dann eine riesige Lücke im Gersweiler Defensivverbund auf, die Gäste verhühnerten diese dicke Gelegenheit allerdings aberwitzig grotesk aus perfekter Position (14.). Am Tisch war man indessen um die lebhaftere Gestaltung des Nachmittags bemüht: „Dir hannse doch frier imma e Ringel Lyona um de Hals gehängt domit wenischens de Hund midda spilld!“ Auch den raubeinigen Gästen widmete man sich: „Die Huhwälla genn unsre ganz scheen Lack. Hoffendlich rauschds do glei mo!“

Mit deutlich mehr Ballbesitz war der SVG inzwischen unterwegs, doch viel zu wenig inspiriert spielten die Grün-Weißen, fanden keine Lücke in der dichten Deckung der tief stehenden Gäste. Immer zänkiger wurden zudem die Kombattanten. Nach etwa einer halben Stunde schienen sich die Grün-Weißen etwas zu berappeln. Doch ein Freistoß von der Seite symptomatisch fürs ganze Spiel. Mexhid Kadrija feuerte diesen ins Nirwana (31.), unkonzentriert wirkte das Herangehen fast aller.

Dann erlebten die Zuschauer die umstrittenste Szene des Spiels, ein Husarenstück von Fehlentscheidung. Der SVG hatte das Schiedsrichtergespann bereits vor der Partie auf eine geplante Eckballvariante hingewiesen und sich über die Korrektheit der Ausführung rückversichert. Gesagt, getan, kurz ausgeführt und in den Rückraum serviert, Pascal Hartz erzielte die vermeintliche Führung (33.). Zu früh gefreut. Der Schiedsrichter pfiff ab, ein Unding von Entscheidung. Wilde Proteste hatten natürlich keine Erfolg. So etwas erlebt man allerdings nicht aller Tage.

Nach dieser kolossalen Fehlentscheidung kam der SVG wütend daher, Kevin Reuter zog einfach mal ab, der Torwart musste sich hier richtig lang machen, konnte parieren (36.). Bei einer gut geschlagenen Flanke von Alexander Tiepelt blieb Kevin Reuter dann zu passiv und im Rücken seines Gegners stehen, versäumte diese eigentlich gute Gelegenheit wahr zu nehmen (42.). Es lief bereits die Nachspielzeit der ersten Hälfte als Mexhid Kadrija eine Flanke in den Strafraum schlug. Der Torhüter pflückte sich diese und leitete umgehend einen Konter ein. Kevin Reuters Einsteigen im Strafraum wiederum wertete der Mann an der Pfeife als Strafstoß würdig. Spielertrainer Nicola Lalla nahm sich der Sache an, die Führung für die Gäste (45 + 2).

Es gab Redebedarf nach einer ganz schlechten ersten Hälfte und dies war auch am Tisch vernehmbar an dem man beim Wetter angelangt war: „Es wird zusehnds kälda!“ - „Jo, ich siehns ach!“ - „Ich geh aweile mo e paar Mitgliedsandräch holle!“ - „Bring Bier mid!“

Scheinbar hatte die Halbzeitzusammenfaltung Wirkung gezeigt. Energisch kam der SVG wieder aufs Feld. Leider gelang es weiterhin kaum die engmaschige Deckung der Gäste aufzudröseln. Ein Freistoß von Mexhid Kadrija flog vielversprechend in den Strafraum, doch ein Abseitspfiff erstickte die sich bietende Möglichkeit im Keim (52.).

Jetzt hatte man scheinbar den Dreh raus, kam vermehrt zu Chancen. Alexander Tiepelt verzog knapp nach gutem Durchstecker von Daniel Reinhardt (53.). Dieser wiederum blieb kurz darauf frei stehend am Torwart kleben (56.). Klar überlegen nun die Heimelf. Am Rande des Geschehens war man jedenfalls frohen Mutes: „Saufschde jetz Glühwein un Bier?“ - „Näh, Bier is all, es gehd jo kenna holle!“

Erneut flog eine gute Flanke von Alexander Tiepelt aus dem Lauf geschlagen in den Strafraum, wieder versäumte es Kevin Reuter entschlossen auf den Ball zu gehen. Doch dann stand er genau richtig am langen Pfosten und hämmerte eine diagonale Hereingabe von Mexhid Kadrija in die Maschen (66.). Endlich der Ausgleich, nun war man sich sicher, der Siegtreffer würde auch noch fallen.

Fast war es dann soweit. Mexhid Kadrija hatte abgezogen, sein toller Schuss landete aber an der Latte, das war Pech (72.). Eine Viertelstunde vor dem Ende einer immer ruppigeren Begegnung wurde Dennis Peters an der Sechzehnerkante ganz übel umgetreten. Eine klare rote Karte ohne Zweifel, doch man hatte die Rechnung ohne den Unparteiischen gemacht, der lediglich auf Freistoß entschied (75.). Kevin Reuter setzte diesen in die Mauer, die Standards waren dieses mal nicht sonderlich gut, im Gegenteil.

Am Tisch angelangt der Schiedsrichter der vorangegangen Partie: „Do had enna vorhin zu ma gesahd Schirri Du muschd mo meh laafe. Do han ichem gesahd, e Schirri wo laafe muss wäs nid woer se stehn had!“

Nun wurde es immer hektischer und ständig war das Spiel unterbrochen. Es wurde ordentlich aufeinander los geprügelt. Kevin Reuter vergab eine Viertelstunde vor dem Ende eine gute Gelegenheit, Mexhid Kadrija brachte eine Flanke nicht zu den gut ein gestarteten Alexander Tiepelt und Kevin Reuter (79.). Man werkelte einigermaßen umständlich an der Führung schien es. Doch der vorangegangenen Offensivaktion entsprang ein Konter. Schlecht abgesichert landete dieser bei Paul Schulz der tatsächlich zur erneuten Losheimer Führung einlochen konnte. Riesenjubel bei den Gästen, deren destruktives und überhartes Spiel tatsächlich erfolgreich zu werden schien.

Doch wenig später musste einer der Gästeakteure für ein erneut rücksichtsloses Einsteigen das Feld verlassen, das war überfällig (82.).

Dem SVG fiel aber weiterhin viel zu wenig ein gegen nun alles hinten raus feuernde Gäste, die kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit mit einem netten Eigentorversuch scheiterten. Alexander Tiepelts Abschluss konnte ein Verteidiger gerade noch von der Linie kratzen (90. + 1), auch Marvin Löschers Versuch ging fehl aus guter Position (90. + 2).

Dieser musste schließlich ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz, sein Einsteigen etwas zu deftig. Dann war aber auch schon Schluss. Der SVG hatte das Spiel tatsächlich verloren gegen einen fußballerisch sehr limitierten aber kampfstarken Gast aus dem Hochwald, deren Spiel aus einer Epoche daherkam, als man noch mit handgeschnürten Bällen umherbolzte. Nun ist sie dahin die stolze Tabellenführung, aber die letzten Wochen rechtfertigen auch keinen weiteren Verbleib ganz oben. Es muss wieder mehr kommen, mehr investiert werden ins eigene Spiel und die Laufbereitschaft, dann kommen die Erfolge automatisch zurück.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 17.November um 15 Uhr gegen SF Rehlingen-Fremersdorf

SV Gersweiler:

Hendrik Wagner – Torsten Büchel – Marvin Löscher – Burhan Yontar – Julian Holderried (Ertan Yontar) – Dennis Peters – Pascal Hartz – Mexhid Kadrija – Daniel Reinhardt – Alexander Tiepelt – Kevin Reuter (Manuel Kiefer)

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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