Verbandsliga Süd-West: SV Gersweiler – SF Rehlingen-Fremersdorf 0:2 (0:2)

Zuschauer: 120

„Hauptsach siebzehn Wuddse geschoss“

Mit diesem Überschrift-Vorschlag bedacht kann man in etwa zusammenfassen, was die Besucher gestern im Gersweiler Waldstadion zu sehen bekamen. Aus Sicht der Einheimischen nicht viel. Es gelingt zur Zeit kaum etwas, Elan und Selbstvertrauen der Vorwochen gehen mehr und mehr dahin, vom Spielwitz und -fluss kaum noch etwas zu sehen. Die Mannschaft muss sich zusammenraufen und sich der Situation entgegenstemmen, noch ist tabellarisch alles im Grünen Bereich.

„Wieso haschen jetze doch nid gepiff?“ - „Se han gesahd die Klass do wär se dief fier mich!“ Der späterer Lieferant der Überschrift war nach vorabendlicher Nachricht des Verbandsobmanns kurzfristig als Schiedsrichter des Freundschaftsspiels der 2. Mannschaft eingesprungen. Denkste, der Verband wäre nicht der Verband, wenn er seine Mitteilung nicht noch einmal ohne Bescheid revidiert hätte. Egal, dem Runden Tisch war´s Recht.

Vor dem Spiel erinnerte eine Schweigeminute an die in der Vorwoche verstorbene ehemalige Clubheimwirtin des SV Gersweiler, Ursel Ehses, der die Grün-Weiße Anhängerschaft ein ehrendes Andenken bewahren wird.

Bei garstigen äußeren Bedingungen sahen die Zuschauer im Waldstadion einen sehr forschen Beginn der Gäste, die in den zurückliegenden Wochen ordentlich Federn lassen mussten und unter Zugzwang standen. Früh wurde die Heimelf attackiert und unter Druck gesetzt. Diese Überrumplungstaktik sollte Früchte tragen. Eine erste Flanke segelte in der Gersweiler Strafraum, kein Grün-Weißer machte Anstalten sich der Kugel annehmen zu wollen, das tat ein Rehlinger Akteur und nickte unbehelligt zur frühen Führung ein (3.).

„Klappt jo gudd wenn ich Bier holle gehen, schun nommo käh Door gesiehn!“ Pech gehabt, aber das Ding war schließlich auch auf der falschen Seite gefallen.

Hellwache Gäste hatten die Unpässlichkeit und Behäbigkeit des SVG ausgenutzt. Dieser nun früh erneut ins Hintertreffen geraten. Man merkte der Mannschaft zudem an, dass momentan irgendwie der Wurm drin ist. Der Rhythmus und die Schmissigkeit der ersten Wochen sind aktuell weg, die Gersweiler Jungs auf der Suche nach der Leichtigkeit und inneren Ruhe.

Aus der Distanz versuchte es dann Yannick Schneider einmal, spielerisch konnte sich der SVG nicht durchsetzen, sein Abschluss aber deutlich drüber (13.). Mexhid Kadrijas Versuch wenig später schon besser, ein richtig schönes Pfund hatte dieser gelöst, doch der Torhüter packte eine ebenso feine Parade aus, konnte den Einschlag verhindern (17.),

Einschläge stattdessen am Runden Tisch in Sachen Gesprächsniveau: „Wieso kochden Deins acht Stunne an Roulade?“ - „Das machd se hochkant un änzeln!“

Besser nun drin in der Partie die Grün-Weißen, die Gäste gerieten mehr und mehr unter Druck. Pascal Hartz zog aus dem dichten Getümmel im Sechzehner verdeckt ab, doch der Schlussmann erneut aufmerksam und Herr der Lage, hatte den Ball sicher (19.).

„Es wird langsam Zeit das ma mo e Door mache!“ - „...un dass ähna Bier holld!“

Kaum waren die Worte verhallt, da ging es rasant, zu rasant für einen defensiv unaufmerksamen SVG. An der Mittellinie verlor dieser den Ball, wie ein zerstreuter Professor seine Brille. Die Gäste fuhren einen Konter wie das Messer durch die Butter, Lukas Gockel wurde zudem durch den Schuss ins kurze Eck überrumpelt, das allzu frühe 0:2 durch den Spielführer der Gäste, Sarhe Ciftci (26.).

Dem SVG fällt indes dieser Tage viel zu wenig gescheites ein. Die Mannschaft müht sich redlich, es fehlen aber die Lösungen, kaum gelingt es offensiv Akzente zu setzen und zu echten Torszenen zu kommen. Eine schöne Eckballvariante hatte man immerhin parat, flach in den Rückraum kam der Ball zu Daniel Reinhardt, doch dessen halbwegs präziser Torschuss wurde von einem Abwehrspieler von der Linie befördert (30.).

Dann war die Kugel nach einem diesmal richtig gut vorgetragenen Angriff tatsächlich drin, der Linienrichter hatte diese allerdings im Toraus gesehen, machte einen Strich durch die Gersweiler Anschlusstorrechnung das vermeintlich Alexander Tiepelt erzielt hatte (33.).

Je mehr sich das Spiel in Richtung Halbzeitpause schleppte, desto zänkiger und unansehnlicher wurde es auf dem Feld. Ständige Unterbrechungen hemmten zudem den eh nicht üppig vorhandenen Spielfluss. Lobend erwähnt sein muss der vertrauen erweckende Urpils-Konsum der zahlreich mitgereisten Rehlinger Anhänger, das kam gut an am Runden Tisch.

Einen recht passablen Angriff konnte der SVG noch fahren vor der Halbzeit, doch die Gäste konnten den Ball via Befreiungsschlag aus der Gefahrenzone bugsieren, was auch vor dem Gersweiler Gehäuse noch einmal für Gefahr sorgen sollte. Nichts passiert auch hier, doch unmittelbar vor dem Pausenpfiff gerieten sich die Herrschaften noch in geselligem Tumult an der Außenlinie in die Haare. Einen Eckball durfte der SVG noch treten. Auch dieser raffiniert gespielt, auch diese leider ohne Ertrag (46.). Ziemlich angefressen die Gersweiler Jungs, in der Halbzeit mussten sie sich dringend sammeln.

„Vor e paar Wuche wäre unsa Eckballdinga drin gewähn!“ - „Vor e paar Wuche wär ach schun e neies Urpils uffem Disch gewähn!“ Es lief allseits unrund inzwischen, da konnte man sich nichts vormachen.

Engagiert kam der SVG zurück aufs Feld. Daniel Reinhardt konnte einen ersten Schuss gen Tor schicken, blieb allerdings im dichten Abwehrdickicht hängen mit diesem (50.). Auch Julian Holderried blieb der Erfolg verwehrt, sein Schuss nach gutem Angriff nur haarbreit neben das Gehäuse lediglich eine Minute später.

Die Gäste inzwischen mit Mann und Maus hinten drin, verbarrikadierten nur noch ihren Strafraum. Mexhid Kadrija fand mit einer präzisen Freistoßhereingabe Pascal Hartz, dessen Kopfstoß an den Innenpfosten klatschte und – selbstredend – nicht von dort ins Tor sprang (55.).

Dennis Peters verzog nach etwas mehr als einer Stunde aus Spitzem Winkel, viel mehr kam nun nicht mehr zu Stande, es haperte weiterhin an allen Ecken und Enden. Einen Freistoß aus etwa zwanzig Metern in guter Position schossen die Jungs nach eigentlich netter Variante in den Fangzaun (66.). Alexander Tiepelt brachte schließlich bloß einen läppischen Kopfstoß auf den Weg.

„Was mier fier Schongse han un nix draus mache!“ - „Die spille so wie Du Dei Schirm halle duschd!“

Urplötzlich fand sich Daniel Reinhardt vor einer top Einschussmöglichkeit, knallte die Kugel aus etwa zwölf Metern aber deutlich über den Kasten (76.). Die Schlussphase war nun bereits angelaufen und es wollte und wollte nichts gelingen.

Eine richtig gute Gelegenheit ergab sich für Yannick Schneider, der um Zentimeter nur das Tor verfehlte (84.). Hinten war man nun natürlich umso anfälliger, musste zwangsläufig Türen öffnen. Rehlingen hätte sich dessen in der 87. Minute nur zu bedienen müssen, vermurkste eine Hundertprozentige im großen Stil.

Kurz vor Schluss dann die Wiederkehr des ursprünglich angedachten Zweitmannschaftsschirris, der auch als Jagdsonderbeauftragter unterwegs ist: „Un, haschde die Wuddse gezähld!“ - „Jo! Siebzehn Stigg, Hauptsach die hamma geschoss!“

Tore zu schießen sollte den Gersweiler Jungs nicht mehr gelingen. Torsten Büchel bekam in der Schlussminute gar noch den Gelb-Roten Marschbefehl. Ein ernüchterndes Spiel hatte somit ein ebensolches Ende gefunden. Der SVG hängt in den Seilen, muss sich nun noch zweimal richtig zusammen nehmen und kann dann in der Winterpause Kräfte sammeln.

Dicht gedrängt wurde anschließend im Gersweiler Clubheim gefachsimpelt. Auch die Rehlinger Gäste stark vertreten und weiterhin eifrig zu Gange. Ein versöhnlicher Abschluss eines aus Grün-Weißer Sicht so enttäuschenden Nachmittags. Kein Beinbruch, das wird schon wieder besser.

Nächstes Spiel: Samstag (!), den 23. November um 15:30 Uhr gegen SSC Schaffhausen

SV Gersweiler:

Lukas Gockel – Torsten Büchel – Marvin Löscher – Burhan Yontar – Yannick Schneider – Dennis Peters – Pascal Hartz – Julian Holderried (Kevin Reuter) – Alexander Tiepelt (Ertan Yontar) – Daniel Reinhardt – Mexhid Kadrija

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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