Saarlandpokal: SC Bliesransbach – SV Gersweiler 3:2 (2:0)

 

Zuschauer: 100

 

SC Blies wirft SVG aus dem Pokal

Auch beim Landesligisten SC Blies zogen die Grün-Weißen den Kürzeren, mussten eine bittere Pokalschlappe hinnehmen. In einer rasanten Partie waren die Gastgeber zwischenzeitlich auf 3:0 davongezogen, sezierten mit zielstrebigen Kontern die Gersweiler Deckung. Erst dann fand der SVG sich besser zurecht, die beiden Treffer von Daniel Reinhardt sollten aber nicht mehr für eine Wende ausreichen. Somit war das frühe Pokalaus besiegelt. Nun gilt die volle Konzentration dem Ligabetrieb.

Bei ziemlich garstigen, nasskalten äußeren Bedingungen mit teilweise dichtem Nieselregen hatte sich nur eine ausgedünnte Gersweiler Reisegruppe zur schmucken Sportanlage der Freunde vom SC Blies mit dem neuen Rasenplatz aufgemacht.

Seit ein paar Jahren besteht eine kleine aber feine Fanfreundschaft mit den Biosphärenreservatlern. Seinerzeit war der SVG ebenfalls im Pokal zu Gast und hatte im Elfmeterschießen eine dramatische Partie für sich entschieden. Seitdem ist die Gersweiler Reisegruppe begrifflich definiert und man schlägt gegenseitig gerne auf den jeweiligen Sportplätzen auf. Auch heuer eine sehr nette Begegnung.

„Wo issen de Recht vun Eirer Reisegrupp?“ – „Krank odda lädisch bei dem Wedda! E paar kumme awwa noch!“ Am eigens bereit gestellten und im Vorfeld angekündigten Runden Tisch hatte man sich früh zusammengefunden, wollte gemeinsam die anstehende Pokalbegegnung beobachten. „Wenn de schunn grad do bischd, wie schwäz ich dann de Meggi rischdisch aus noher!“ – „Sahn ich da nid, schwäz ne nur falsch aus, dann ärjadda sich!“

Zunächst haperte es noch etwas mit der Beleuchtung, ein Flutlichtmast zickte kurz vor dem Start, besann sich unmittelbar vor dem Start jedoch eines besseren. Das Pokalspiel zwischen dem stark in die Saison gestarteten gastgebenden Landesligisten und dem aktuell etwas schwächelnden und mit sich fremdelnden SVG konnte pünktlich losgehen.

Auf dem seifigen Rasen vermasselten die Gersweiler Jungs gleich die erste Defensivaktion. Einen viel zu sorglos und unerreichbar gespielten Querpass konnte Torsten Büchel nie und nimmer erreichen, stattdessen schnappte sich Alexander Maasen die Pille, zog auf und davon und vollendete zur frühen Führung des SC Blies (2.). Das war gleich mal so richtig dumm gelaufen. Schneller als die italienischen Truppen hatte man sich nicht zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen gegeben.

Die Grün-Weißen angefressen nach diesem schnellen Rückschlag und den zuletzt so unzufriedenstellenden Auftritten. Dennis Peters schickte eine erste vielversprechende Flanke auf die Reise, die allerdings vor zwei einschussbereiten Gersweiler Adressaten rausgeköpft wurde (5.).

Eine erste Halbchance eröffnete sich dem emsigen Hussein Esfand Yari, doch auch hier klärten die Gastgeber resolut (8.). Im Gegenzug musste Tobias Knapp gegen den Torschützen eine starke Fußabwehr hinlegen und auch beim Nachschuss aus dem Rückraum hellwach sein (9.).

Das Spiel von Anfang an sehr schnell und schmissig. Es ging hin und her mit offenen Visieren. Attraktiv für die Zuschauer, aber mit zum Teil haarsträubenden Defensivpatzern garniert, so auch nach knapp einer Viertelstunde, als erneut Tobias Knapp einen Konter herauslaufend unterbinden musste.

Mit einer Faust entsorgte der Torsteher des SC Blies eine gut vor den Kasten bugsierte Flanke von Mexhid Kadrija (20.) und parierte wenig später einen Abschluss von Florian Johann (22.).

Viel zu einfach und denkbar schlecht verteidigt durfte die Heimelf einen zweiten Treffer nachlegen. Gegen die quirligen und rasanten Angriffe und Umschaltaktionen fand der SVG einfach keine Mittel (24.). Das 0:2 nun schon ein dickes Brett das es gegen kompakte Bliesransbacher zu bohren galt.

Nach fast einer halben Stunde wurde es unübersichtlich im und um den Strafraum der Gastgeber. Weder Florian Johann mit dem Kopf, noch Daniel Reinhardt aus dichtem Getümmel kamen jedoch richtig zum Abschluss (30.). Kurz darauf war Dennis Peters in den Sechzehner eingelaufen, wurde von zwei Verteidigern attackiert und kam zu Fall, kein Pfiff des Unparteiischen (31.). Wilde Proteste der Gersweiler Jungs, die naturgemäß erfolglos blieben. Die Situation war schwer einzuschätzen.

Die bis dahin beste Gelegenheit bot sich Mexhid Kadrija lediglich sechzig Sekunden später, es ging Schlag auf Schlag in diesem rassigen Pokalspiel. Aus kurzer Distanz zielte der Gersweiler Kapitän jedoch neben den Kasten.

Beinahe hätte es wenig später zum dritten Mal hinter Tobias Knapp eingeschlagen, der bereits umkurvt war. Der Stürmer kam dabei jedoch etwas vom Weg ab, verlor die Ideallinie und den Kullerball aus spitzem Winkel klärte Burhan Yontar in aller Ruhe (34.).

Kein Durchkommen gab es für den SVG der zwischenzeitlich mit Macht auf den Anschluss drängte. Immer wieder wurden Pässe von der Defensive des SC Blies abgelaufen und halbherzige Gersweiler Schüsse geblockt. Auch eine Eckenserie blieb ungenutzt kurz vor der Halbzeit. Ob von rechts oder links getreten, allesamt wurden die Standards Beute der einheimischen Abwehr.

„Äh....“ – „Ich genn Eich äh, das war e klarer Eckball!“ – „Ei gudd, trinkschde noch e Fläschje!“ In Sachen Völkerverständigung war man weit fortgeschritten am Runden Tisch, das lief wie geschmiert.

Auch eine letzte Doppelchance des SVG führte zu nichts. Wieder war der aufmerksame Handschuhträger auf dem Posten, konnte gegen Florian Johann und auch Pascal Hartz Unheil verhindern (44.). Pause mit einem bis dahin enttäuschenden Ergebnis für die Gäste.

„Momentan is bei uns irjendwie e bissje de Wurm drin!“ – „Desweje hamma Eich ausgelost!“ Der aktuellen Verfassung des SVG hinterher spürend nahm man kein Blatt vor den Mund beim SC Blies. Es ist eine schwierige Phase, da muss man durch und gestärkt heraus kommen.

Kaum war die zweite Hälfte angelaufen, da brach tüchtig Hektik aus und die Akteure beider Teams übten sich in der Disziplin Hahnenkampf für eine kurze Weile. Das Gezanke legte sich zeitnah, alle bekamen die Gemüter in den Griff und es blieb beim sehr attraktiven Pokalkampf.

Gerade schien es, als ob der SVG sich mehr und mehr Vorteile verschaffen könne. Dieser hatte sich nun richtig in die intensive Partie reingearbeitet. Doch mittenrein in diese Phase der nächste höchst empfindliche Nadelstich der Heimelf. Deren Konter immer brandgefährlich, so auch in der 57. Minute als der SC Blies in hohem Tempo über die rechte Seite durchgebrochen war und der zentrale Mann den Querpass nur noch vollstrecken musste.

„Borselino! Was e scheener Name! Ich häd solle Italiena wirre, die Greeß häd ich!“ Wenn ein Stadionsprecher ins Schwärmen gerät stimmen zumeist Spielstand und Szenario aus dessen Sicht. Aus Sicht der Grün-Weißen war nun guter Rat teuer. Ob da noch etwas ging?

Zuerst einmal schien nix mehr zu gehen. Eine Ecke von Daniel Reinhardt segelte einmal quer über den Platz gen Seitenaus (60.), kurz darauf blieb Tobias Knapp angeschlagen liegen, als ein auf ihn zu eilender Stürmer mit ihm zusammenprallte auf dem immer schmierigeren Geläuf. Es ging jedoch weiter für ihn (64.).

Als die meisten Gersweiler Beobachter schon nicht mehr so recht an ein Zurückkommen ihrer Mannschaft glauben wollten gab Daniel „Rouge“ Reinhardt den Dosenöffner. Einen Freistoß vom Sechzehnerrand schlenzte er mit feinem Füßchen ins Eck zum 1:3 (68.).

„Ich hann jo gesahd, es muss nur zeidisch es 3:2 falle, dann sinna nommo drahn!“ – „Das falld glei!“

Ganz so schnell ging es nicht, aber der Treffer zum Anschluss sollte noch fallen. Vergeblich rannte der SVG eine weitere Viertelstunde an, überstand einen brandgefährlichen Konter in der 80. Minute und bekam dann einen Foulelfmeter zugesprochen. Mit einer wohl etwas zu derben Grätsche war ein Blies Verteidiger zu Werk gegangen. Daniel Reinhardt verwandelte souverän und nun war es tatsächlich noch einmal spannend und alles drin.

Auch am Rand ging es nun frotzelnd zur Sache. Der nun knappe Spielstand bot Gelegenheit für Sticheleien. Der SC Blies hätte fast alles klar gemacht, doch frei vor Tobias Knapp schoss ein Stürmer aus bester Position daneben (86.).

Sollte sich die dramatische Partie von vor einigen Jahren wiederholen? Ein Treffer fehlte noch zu einer möglichen Verlängerung. Mit Mann und Maus rannten die Grün-Weißen nun an, warfen alles nach vorne und in die Waagschale. Daniel „Schöne“ Schönfeld war noch am nächsten dran, sein Schlenzer aus etwa 11 Metern allerdings nicht mit genügend Druck und Beute des Torstehers (89.). In der dritten Minute der Verlängerung noch einmal Belagerungszustand am Sechzehner des SC Blies, dieser brachte den knappen Erfolg jedoch über die Zeit. Der SVG war draußen und musste die nächste Enttäuschung verkraften.

Schade drum, die Mannschaft hatte sich auch für die Pokalrunde einiges vorgenommen, doch aktuell krängt der Kahn etwas arg in schwerer See. Die wird aber auch wieder ruhiger werden wenn alle weiter am Strang ziehen. Wie ein Mineralwasser ohne Kohlensäure waren die Auftritte zuletzt daher gekommen, beim SC Blies jedoch hat sich die Mannschaft zumindest kämpferisch sehr präsent gezeigt. In Wadrill bietet sich beim starken Aufsteiger Gelegenheit zum Neustart.

Dem SC Blies weiter viel Erfolg im Pokal und auch in der Liga. Womöglich gibt es dann ja im nächsten Jahr wieder eine fröhliche Reisegruppe zum einladenden Runden Tisch im Sportpark Sauerwiese.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 18. Oktober um 15 Uhr in Wadrill

SV Gersweiler:

Tobias Knapp - Torsten Büchel – Marvin Löscher – Burhan Yontar – Hussein Esfand Yari – Pascal Hartz – Yannick Schneider (Kevin Baton) – Dennis Peters – Mexhid Kadrija – Daniel Reinhardt – Florian Johann (Daniel Schönfeld) – Daniel Reinhardt

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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