Landesliga Süd: SV Gersweiler – FV 08 Püttlingen 4:5 (2:2)

Zuschauer: 100

Uhr kaputt! SVG zieht in der „Verlängerung“ den Kürzeren beim Elfmeterfestival.

Ein denkwürdiges Spiel sahen die Zuschauer im Waldstadion. Nach einer insgesamt schwachen Vorstellung lagen die Grün- Weißen bereits mit 2:4 hinten, konnten unter Riesenjubel und in der bereits 16. Minute der vermeintlich abgelaufenen Nachspielzeit ausgleichen, doch der Kontroll verlustige Schiedsrichter ließ weitere dreizehn Minuten (!) spielen, gab einen dritten Foulelfmeter für Püttlingen und pfiff nach dem Siegtreffer der Gäste und insgesamt 32 Minuten Nachspielzeit ab!

Vor Minuskulisse mussten Grün-Weißen gegen die „Gelben Husaren“ ran. Viele Gersweiler Zuschauer weilten auf den Saarwiesen, wo Zweite und Dritte Mannschaft ihre Aufwartung zu den jeweiligen Derbys machten.

Die vor Ort Weilenden sollten ein denkwürdiges und so sicher noch nie erlebtes Spiel sehen. Die Partie ging nämlich in die „Verlängerung“ und dauerte insgesamt hundertzweiundzwanzig Minuten!

Abtastend und sehr verhalten begannen beide Mannschaften. Vor den Toren passierte zunächst nichts, im Mittelfeld wurde der Ball hin und her geschoben, in die Tiefe gelang beiderseits noch kein Zuspiel.

Urplötzlich ging es dann einmal ganz flott und eine herrliche Flanke von Kevin Zinn fand zum frei stehenden Mexhid „Meggi“ Kadrija, der mit feinem Kopfball zur Führung veredelte (10.). „Was waren das aweil, de Meggi mim Knause? Do kinne ma uns noher ebbes ahnhere.“ - „Domid wirda bessa ach sei Elfa schieße...“!

Nach dem zähen Auftakt war die Führung etwas glücklich, schien der Heimelf aber etwas Sicherheit zu verleihen. Pustekuchen! Denkbar schlecht verteidigt konnten die Gäste schon in der 18. Minute ausgleichen. Ein ganz blöder und vermeidbarer Gegentreffer.

Es wurde nun immer ruppgiger und bereits in dieser frühen Phase drängte sich der Eindruck auf, dass dem Schiedsrichter das Spiel über den Kopf wachsen könne. Dies sollte auch geschehen, allerdings auf gänzlich ungeahnte Weise.

Ein Eckball der Püttlinger wurde nur wenige Minuten später richtig gefährlich und fand zu deren Längstem. Jannik Ehlen konnte nahezu unbedrängt zur Führung der Gäste einnicken (22.). Viel zu naiv und passiv das defensive Herangehen der Gersweiler Jungs.

Statisch blieb es zudem in der Offensive und es mangelte deutlich an Bewegung. So war den biederen Gästen nicht beizukommen. Stattdessen hagelte es Fouls und Nickligkeiten. Über eine halbe Stunde war bereits von der Uhr, als sich nach einem endlich einmal pfiffigen Spielzug zunächst für Mexhid Kadrija und vor allem für Philipp Hintze beste Einschussmöglichkeiten ergaben (32.). Die Chancen wurden leider vertan.

Nach einem wiederholt viel zu harten Einsteigen fand der unsichere Spielleiter den längst fälligen gelben Karton und hielt ihn einem Püttlinger vor die Nase. Zuvor wäre dies bereits auf beiden Seiten nötig gewesen.

Eine Hundertprozentige Einschussmöglichkeit ließen kurz vor dem Seitenwechsel die Gäste verstreichen, im Gegenzug fasste sich Jannik Braun ein Herz und zog aus der Distanz ab. Platziert und wuchtig geschossen schlug der Ball zum Halbzeitstand im Kasten der „Gelben Husaren“ ein. Gehörig Verbesserungsbedarf für Abschnitt zwei gab es.

Einige Umstellungen hatte Daniel Magno für die zweiten fünfundvierzig Minuten (von wegen) vorgenommen und das schien sich auszuzahlen. Viel flüssiger und agiler erschien das Gersweiler Spiel zunächst. Mexhid Kadrija scheiterte mit einem weiteren Kopfstoß nach Ecke (48.) und nur eine Minute später gemeinsam mit dem eingewechselten Max Zaruba bei einer dicken Doppelchance.

Kevin Reuter geriet der Ball aus etwas spitzem Winkel vor den Schlappen, stramm, aber zu wenig platziert wurde der Abschluss Beute des Handschuhbeauftragten der Gäste (55.).

Am Runden Tisch ausufernde Themen allenthalben: „Mir war uffem Brauereifeschd in Ingolstadt gischda!“ - „Ich war mo uffem Nixdrunner-Dirndlball!“ - „Ich hann Leischdadledig geguggd!“ Das Spiel war leider wieder im Modus der ersten Hälfte angelangt, kaum noch offensiven Zugriff fanden die Kontrahenten, somit blieb Zeit für nutzlosen Gedankenaustausch.

Aus heiterem Himmel tauchten die Püttlinger schließlich vor dem Gersweiler Gehäuse auf und vergaben eine weitere glasklare Gelegenheit kläglich (68.).Ein Fehlschuss wie ein Unfall, man konnte aus Gästesicht sicherlich nicht hin-, aber auch nicht wegschauen. Eine Minute später gerieten die Dinge dann endgültig in die falsche Bahn und das Verhängnis nahm seinen Lauf auf nie dagewesene Art und Weise.

Marvin Bickendorf war heftig mit einem Gästestürmer zusammengeprallt. Der Schiedsrichter entschied überzogen umgehend auf Strafstoß, doch zunächst musste der Gersweiler Torsteher über fünf Minuten behandelt werden. Er konnte weitermachen, hatte gegen den vom überragenden Elia Naccarato getretenen Elfer jedoch keine Abwehrmöglichkeit.

Erneut musste Marvin Bickendorf danach behandelt werden, insgesamt acht Minuten währten die beiden Unterbrechungen. In Worten: Acht!

Und wieder schrillte ein Pfiff durchs Waldstadion. Es lief die 88. Minute der Partie und ein weiterer Foulelfmeter stand für Püttlingen zu Buche. Diesmal vollkommen berechtigt. Auch diesen verwandelte Elia Naccarato mit frechem „Panenka“ und die Gäste lagen scheinbar vorentscheidend mit zwei Toren in Front.

Nun wurde es völlig absurd. Die Uhr lief und lief, bloß ein Schlusspfiff erfolgte nicht. Auch hatte der Unparteiische noch gar keine Nachspielzeit angezeigt. Rätselraten nicht nur am hoffnungslos überforderten Runden Tisch bei den Ex-Hartfüßlern.

Philipp Hintze brachte mit seinem Anschlusstreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit noch einmal auf Schlagdistanz. Und weiter und weiter lief die Partie. Sechzehn Minuten waren bereits drüber, als der emsige Tim Darimont viel umjubelt und vermeintlich in letzter Sekunde ausgleichen konnte.

Denkste! Nun erst zeigte der Schiedsrichter die Nachspielzeit an: Unglaubliche weitere neun Minuten bei denen er es zudem nicht belassen sollte.

Nach dreißig Minuten (!) Nachspielzeit zeigte der nun komplett überforderte Spielleiter tatsächlich ein drittes Mal auf den Punkt. Für Püttlingen natürlich. Und zum dritten Mal ließ sich Elia Naccarato nicht bitten, traf zur erneuten Führung und dem Endstand einer denkwürdigen Begegnung, die noch weitere zwei Minuten fortdauern sollte.

Von den Grün-Weißen muss mehr kommen, das ist gewiss. Zum Kirmesspiel wird eine andere Körpersprache und mehr Esprit nötig sein auch wenn es dieses mal auch noch sehr unglücklich und fragwürdig gelaufen ist.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 28. August um 15 Uhr gegen SC Friedrichsthal

SV Gersweiler:

Marvin Bickendorf – Kevin Zinn – Mexhid Kadrija – Jannik Braun (Philipp Hintze) – Julian Holderried (Luca de Giorgio) – Tim Darimont – Sambou Sow – Christian Pfiffer (Dennis Peters) – Philipp Hintze (Max Zaruba) – Kevin Reuter (Christian Pfiffer) – Tobias Ziegler

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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