Kreisliga A Südsaar: FV Püttlingen 2 – SV Gersweiler 2 1:6 (0:0)

Zuschauer: 40

„Wolle Ihr mich Umbringe“ - Kick auf dem Jungenwald

Benny Lichter hatte die richtigen Worte gefunden. Eine Erste Halbzeit zum Vergessen absolvierte die Gersweiler Reserve beim punktlosen Tabellenletzten. Torlos nämlich blieb der SVG 2, hatte zwar fast ein Dutzend Chancen, versemmelte diese jedoch fahrig allesamt gegen einen extrem biederen Gegner, der um ein Haar kurz vor der Pause selbst noch in Führung gegangen wäre. Abschnitt zwei gegen nun auf der letzten Rille laufende Gastgeber Pflichtprogramm und die Zeit des Dreierpackers Sami Aliyazdi.

„Wie Hardplatz? Do misse ma jo noch laafe, ich glaabs nid!“ Kaum auf dem Püttlinger Stadiongelände aufgeschlagen erste Misstöne. Das hatte man sich ganz anders vorgestellt, mit Hartplätzen hat man beim SVG nix mehr am Hut. Schon gar nicht, wenn diese so weit vom Clubheim entfernt sind, ein logistisches Dilemma für die Altvorderen des SVG.

Dann die komplette Ernüchterung: „Wie Bitburja? Un die Brieh is ach noch lauwarm, do wär ich bessa uff de Couche geblieb…!“ Eigentlich konnte es nur noch besser werden. Dachte man sich…

… Hatte leider die erste Halbzeit noch nicht gesehen. In dieser spielte der SVG 2 gegen das Schlusslicht einen derartigen Klumpatsch zusammen, dass an dieser Stelle der Trainerbitte entsprochen sei und der Mantel des Schweigens darüber gelegt werden soll. Es macht keinen Sinn, zu fies das Erlebte auf dem seifigen Acker mit einer Chancenverwertung in „bester Tradition“. Über fünfundvierzig Minuten drängte sich der Eindruck auf, als sollten die Jungs nicht einmal den Boden treffen, sollten sie ins Stolpern geraten. Torwart Benny Lichter musste den zwischenzeitlich etwas eingedösten Sami Aliyazdi und umstehende Mitschläfer gar energisch auf deren Sorgfaltspflicht hinweisen: „Wolle Ihr mich umbringe!“ Ein echter Weckruf, wie sich noch herausstellen sollte.

Nach dem Wiederbeginn zunächst nicht viel Neues. Ein Neuankömmling hakte nach: „Spille ma so gudd wie´s grad aussid?“ Immerhin war eine neuerliche Torgelegenheit entsprungen, die der Torwart der Gastgeber mit herrlich grotesker Fußabwehr irgendwie aus seinem Fünfer manövrierte (47.).

Bei einem von Manuel Kiefer in den Sechzehner beförderten Freistoß latschten gleich fünf Gersweiler Einfaltspinsel tapsig ins Abseits (50.), man machte es sich tatsächlich nicht leicht, den Zuschauern allerdings auch nicht.

Doch alsdann sollte es besser werden, zumal der gastgebende FV mehr und mehr auf dem Zahnfleisch daherzukommen schien. Daniel Pjatezkij setzte sich ordentlich über rechts durch, schön seine Flanke vor´s Tor und noch schöner die Direktabnahme von Sami Aliyazdi, der den Ball technisch sehr sauber einfach in die Maschen abtropfen ließ (54.).

„Das do war de Knodelösa!“ - „Wer issen das Kiehl, spilld der jetz bei uns?“

Nach der ersten Halbzeit, der man den Titel eines „Weltkulturerbes eines Chancentodes“ hätte verleihen können, war nun wenigstens etwas zählbares zu vermelden. Und es ging nun rasch weiter. Kevin Reuter, der nicht unbeteiligt am verliehenen Titel war, hatte nun das Visier nachjustiert, verwertete einen schönen Durchstecker von Sebastian Jennewein zum zweiten Treffer des SVG (59.).

Der Passgeber von zuvor wurde von Daniel Pjatezkij aufmerksam in Szene gesetzt, traf umgehend zum 3:0 (63.). Die Gastgeber jetzt deutlich überfordert.

Auch die später Hinzugekommenen überfordert: „Wie? Han die eschd nur Bitburja? Das is jo zum Vazweifle!“

Richtig adrett vermurksten die Gersweiler Jungs die nächste sich ergebende Top-Gelegenheit, standen sich gegenseitig in den Füßen nach einem Eckball (70.). Kevin Reuter köpfte nach einer ansehnlichen Hereingabe von Marlon Herrmann deutlich über den Kasten (71.).

Sami Aliyazdi war an diesem Tag stark aufgelegt, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und brachte in aller Ruhe die Kugel mit seinem zweiten Treffer im Tor unter (73.). Etwas bissig vom Rand kommentiert: „Ah, de Reuter-Sami!“

Offensichtlich hatte da einer Spaß am munteren Torjägertreiben gefunden. Kaum eine Minute später war er erneut zur Stelle und dreierpackte zum 5:0 für den SVG 2. Benny Lichters kurze Einnordung hatte die richtige Wirkung gezeigt. „De Präsi had ne uff jede Fall wach gemach, das war die Schlüsselszene!“ - „E Schlüsselszen wär, wenn de mo dabba nommo ans Clubheim rennschd!“

Kevin Reuter versuchte sich mit einem Freistoß von der Strafraumkante, zielte zu mittig, doch Marlon Herrmann war aufmerksam und lochte zum halben Dutzend ein (81.). Standesgemäß nun so halbwegs immerhin.

Die vielleicht schönste Szene der Partie blieb jedoch dem staksigen Schlussmann der Püttlinger vorbehalten, der Sebastian Jennewein in aller Seelenruhe mit feinem Tunnel den Ball durch die sperrangelweit offen stehenden Beine schuchelte. Hämischer Sonderapplaus für ihn von beiden Seiten und faires Abklatschen vom Düpierten.

Soeben waren auf dem benachbarten Rasen die Ersten Mannschaften eingelaufen, da schlug es auch noch hinter dem vor seinem Kasten herumlungernden vermeintlichen Zu-Null-Präsi ein. Pustekuchen! 6:1 der Endstand für den SVG nach einer ersten Hälfte zum Vergessen und verbessertem zweiten Abschnitt.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 12. November um 12:45 Uhr gegen Bischmisheim 2

SV Gersweiler 2:

Benny Lichter – Gabriel Stieglitz (Jonas Ruth) – Yannick Sonnhalter – Daniel Pjatezkij – Domenik Gales – Sami Aliyazdi – Marlon Herrmann – Daniel Dreßler (Domenico Damascato) – Manuel Kiefer – Andreas Schmidt (Sebastian Jennewein) - Kevin Reuter

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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