Kreisliga A Südsaar: Viktoria Hühnerfeld - SV Gersweiler 2 - SV 1910 Gersweiler - Ottenhausen e.V.

Kreisliga A Südsaar: Viktoria Hühnerfeld – SV Gersweiler 2  2:2 (1:0)

Zuschauer: 75

Mit toller Moral zum hochverdienten Remis

Lediglich ein Unentschieden hatte sich der bereits feststehende Meister aus Hühnerfeld im bisherigen Saisonverlauf abluchsen lassen, dabei satte 124 Treffer erzielt. Nun kam es zum Aufeinandertreffen mit dem Tabellendritten aus Gersweiler, der noch Rang zwei anpeilt und dies aus eigener Kraft schaffen kann. Es sollte ein echtes Spitzenspiel werden, das die Gersweiler Reserve in Anbetracht der Spielanteile und vor allem Chancen hätte gewinnen müssen.

Für Irritation sorgte das Reiseverhalten von Teilen der Gersweiler Anhängerschaft bei deren Abreise. „Schreiwe na mo als e Zwischestand aus Walwaschhofe?“ - „Näh Manne, ma fahre no Hühnafeld, die Zwedd gugge!“ - „Ei dann, alles gudde zum Muddadach…!“

Einen Blitzer in der Camphauser Straße und einige entsprechende Anekdoten später schlug der Gersweiler Tross in Hühnerfeld auf, krallte sich den interessant aus Paletten zusammengezimmerten Biertisch und harrte der Dinge, die da kommen sollten, das Spitzenspiel der Kreisliga A Südsaar nämlich. Nach Abwägung der Sachlage hatte man dieses der Landesligapartie in Walpershofen vorgezogen. Es galt die Zweite zu begleiten und bei ihrem Versuch zu unterstützen dem Meister ein Bein zu stellen.

Stark die Gersweiler Anfangsphase. Sogleich war die Mannschaft drin im Spiel und hatte durch Daniel Dreßer einen ersten gefährlichen Abschluss zu verzeichnen. Nach schöner Vorlage von Felix Kopp strich sein Schuss vom Sechzehner abgefälscht vorbei (2.). Die resultierende Ecke vermurksten die Jungs dann schmissig, liefen weit aufgerückt in einen gefährlichen Konter und hatten Glück, dass die Gastgeber aus dieser Gelegenheit nichts Zählbares einfuhren.

Unbeeindruckt spielte der SVG weiter nach vorne. Eine nächste Ecke bugsierte Daniel Dreßler sehr gut vor den Kasten (4.), mit vereinten Kräften klärten Torhüter und Abwehrspieler vor gut positionieren, aber zu passiven Gersweiler Akteuren vor dem Gehäuse. Der SVG 2 präsent, Hühnerfeld mischte aber auch mit, es war eine lebendige Anfangsphase, da wollte man sich auch am Rand nicht lumpen lassen: „Wenn de jetz do rin geschd, denk dran, die han Digge! Un dem Wirt kannschde mo Bähn mache, das is es scheener Stoffel!“

Im letzten Drittel kam trotz des flotten Gersweiler Spiels noch nicht viel Verwertbares an. Vielversprechend sah der Angriff in der 12. Minute aus. Alexander Deutscher hatte mit einer sehr guten Hereingabe Kevin Reuter im Zentrum gefunden, diesem hüpfte allerdings der Ball vom Schlappen, weg die gute Möglichkeit. Doch die Kugel blieb scharf, Daniel Dreßler beförderte sie erneut brandgefährlich vor den Kasten, doch Alexander Deutscher segelte am Kurzen Pfosten drunter durch und der verdutzte Kevin Reuter feuerte mit Direktabnahme aus wenigen Metern haarbreit übers Eck.

„Heid is irjendwie käh Bierdringawedda finn ich!“ - „So e Wedda gebds gar nid Raffa!“

Immer deutlicher nun die Überlegenheit der Gäste aus Gersweiler, die drängten und Angriff auf Angriff gen Hühnerfelder Gehäuse vortrugen. Sascha Jennewein war nach starker Ballstafette in guter Position, verzog allerdings zu überhastet deutlich (15.). Wenig später, die Einheimischen kamen gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte, wurde Daniel Dreßler mit wildem Einsatz im Sechzehner der Kugel entledigt. Kein Pfiff, war noch im Rahmen der Erlaubten (17.).

Danach wurde es etwas zu umständlich gehandhabt. Die Gersweiler Jungs nestelten am Strafraum der Einheimischen umher wie an einem widerspenstigen Doppelknoten. Auffällig auch die schon zu Beginn der Partie zahlreichen überflüssigen Fouls, aus denen in der Folge aus SVG Sicht reichlich unnötige Gelbe Karten entsprangen, so auch in der 22. Minute, als Felix Kopp geharnischt zulangte und „belohnt“ wurde. „Oh Meyer!“ - „Das war nid de Meyer, das war de Kopp!“ - „Ah so, mei Brill war glab grad am zoome!“

Alexander Deutscher scheiterte ganz knapp nach einem nun wieder zügig vorgetragenen Angriff (23.). Gleich darauf feuerte Daniel Dreßler aus vielversprechender Position einen Freistoß in die Mauer, die Kugel landete auf Umwegen beim völlig blank stehenden Domenik Gales, der fahrig über den Kasten bolzte (24.). Die Chancenverwertung bleibt das große Laster der Zweiten.

„Spilld do noher noch e Damemannschaft?“ - „Jo, die han awwa all Bärt!“

Immer noch torlos nach einer halben Stunde. Längst hätte der SVG in Front liegen müssen, hatte es wieder einmal versäumt klar Schiff vor der gegnerischen Gehäuse zu machen. Fiese Idee einen solchen Roten Faden durch die Saison zu spannen.

Und schon eröffnete sich eine weitere überragende Möglichkeit. Rasant hatte der SVG einen Konter gefahren nach einem der wenigen Angriffsversuche der Einheimischen. Alexander Deutscher bediente mit aufmerksamem Querpass den Einschuss bereiten Philippe Meyer – wenn dieser denn nur Einschuss bereit gewesen wäre. Sein Abschluss viel zu zögerlich und mitten hinein in das einzig verbliebene Hindernis, einen zwei Meter vor dem Tor am Boden krabbelnden Hühnerfelder Abwehrrecken, der gar nicht wusste, wie ihm geschah (32.). Es war zum in die Kaltgetränke beißen mit diesen Schusseligkeiten.

Munter weiter ging das „Handballspiel“ rund um den Sechzehner der arg in Bedrängnis geratenen Heimelf, dem ungeschlagenen Meister. Was tun? „Misse ma denne in de Halbzeit mo ebbes biede?“ - „Was willschde ne dann biede? E Kaschde? Denn packe se eh nid, denn missde dann mir tringe!“

Kevin Reuter eroberte sich mit super Zweikampfverhalten an der gegnerischen Eckfahne robust die Kugel, spielte einen guten Flachpass durch den Strafraum, ein Abwehrspieler konnte grätschend zur Ecke klären (39.). Diese bestens von Daniel Dreßler präsentiert, doch aus fünf Metern köpfte Alexander Deutscher über die Latte. Den Abstoß schnappte sich der aggressiv störende Alexander Deutscher wieder, bediente Sascha Jennewein, der etwas ungelenk aus bester Position verzog. Schnell schaltete Hühnerfeld um, zu schnell für weit aufgerückte und defensiv hübsch unsortierte SVGler, schwupps lag der Ball aus heiterem Himmel zur Führung für den klar unterlegenen Tabellenführer hinter Benny Lichter im Tor (41.). Während der SVG 2 mit der Beharrlichkeit eines Bibers an der entscheidenden Lücke feilte, hatte sich in der träumerischen Defensive das Ungemach zusammengebraut.

Daniel Dreßler fasste sich vor der Pause noch ein Herz, sein Schuss jedoch deutlich vorbei (46.). Jetzt durften die Jungs sich schütteln und weiter angreifen.

Nicht nur mit dem Miesepeter hinterm Tresen des Clubheims, auch mit den kulinarischen Rahmenbedingungen konnte man die verwöhnte Reisegruppe nicht so recht zufrieden stellen: „Mei allaerschdi heid war e Weißi, do han ich froe misse nohm Senf, damit ma die schwarze Blagge nid sid!“

Die Wiederaufnahme des Ballspiels wartete aus Gersweiler Sicht mit vertrauten Bildern auf. Es lief die 49. Spielminute, als Alexander Deutscher von der linken Strafraumseite und nachsetzend Domenik Gales von der rechten jeweils mit ihren blitzsauberen Schüssen am Gebälk scheiterten. Das war richtig Pech dieses mal. Zu allem Überfluss und erneut denkbar naiv verteidigt konnte Hühnerfeld einen weiteren Konter erfolgreich abschließen, traf durch den allein gelassenen Mittelstürmer zum mehr als schmeichelhaften 2:0 (50.).

„So machschde Mäschda, so steischde uff!“ Da ist was dran an dieser aufgeschnappten Aussage. Die Gersweiler Zweite macht die Tore nicht.

Weiter im Text. Die Grün-Weißen waren weit davon weg aufzustecken. Eine nächste Flanke segelte vors Tor, Domenik Gales warf sich in die Flugbahn und sein Kopfball klatschte an den Pfosten (54.). Kaum zu fassen.

Im Anschluss jedoch merkte man für eine Weile das die erfolglosen Bemühungen etwas Tribut gefordert hatten. Es ging für etwa zehn Minuten wenig nach vorne beim SVG. Zeit der eben abgelaufenen Bundesligasaison und dem Dino nachzutrauern: „Die Kellner hädde nid absteije dirffe, die Hamburja ah nid. Do had noher es Pech gefähld!“ - „Es Gligg Werner, es Gligg!“

Dann lief die Angriffsmaschinerie wieder. Kevin Reuter verzog nach gutem Lauf knapp (67.), hatte nur sechzig Sekunden später die Chance des gesamten Spiels, setzte den Ball aus zwei Metern neben das Tor, war nach eigenem Bekunden im Boden hängen geblieben. Scheiß Bettseicher…

Benjamin Lichter unterband mit schepperndem Pressschlag einen der ganz wenigen Konter der Heimelf (71.). Eine wichtige Aktion. Nach einem weiteren starken Angriff traf Philippe Meyer zum Gersweiler Anschlusstor (73.). Noch war genügend Zeit auf der Uhr.

Urplötzlich war richtig Dampf auf dem Kessel, es wurde eifrig gezankt auf dem Platz und auch am Rand. Man tauschte Nettigkeiten aus. Die Zuschauer noch zu Scherzen, die Spieler eher zu Schmerzen aufgelegt. Immer hektischer wurde es. Einem weiteren Gersweiler Treffer versagte der Schiedsrichter die Anerkennung, hatte wohl ein Foul gesehen (77.). Dann setzte es Gelb Rot für einen Akteur der Heimelf nach herzhaft rüpelhaftem Einsteigen. Die Hühnerfelder Fanschar am Eskalieren.

Sebastian Jennewein wurde auf der rechten Seite frei gespielt, konnte alleine durchlaufen, wurde aber zurückgepfiffen. Der Schiedsrichter hatte die Vorteilsauslegung versäumt, den SVG einer klaren Chance beraubt (85.). Immerhin hatte er kurz zuvor die Hühnerfelder Reihen mit einer Roten Karte weiter gelichtet.

Dies konnte sich der nie aufsteckende SVG 2 zu Nutze machen. Domenik Gales traf aus wildem Gewühl heraus zum mehr als verdienten Ausgleich (87.). Weitere Schüsse von Sebastian Jennewein wurden Beute des Torwarts (89.) oder schepperten an den Schädel eines Abwehrspielers (90.). Das war es dann. Ein super Spiel des SVG 2. Toll die Einstellung und ein überzeugender Auftritt. Schade, dass es nicht zum verdienten Sieg gereicht hat. Doch dazu hätten halt Tore her gemusst.

Nächstes Spiel: Pfingstsamstag, den 19. Mai um 13:15 Uhr gegen FV Püttlingen 2

SV Gersweiler:

Benny Lichter – Gabriel Stieglitz – Steffen Krauser (Jonas Ruth) – Manuel Kiefer – Felix Kopp (Sebastian Jennewein) – Sascha Jennewein (Joel Margardt) – Philippe Meyer – Daniel Dreßler (Philipp Bingert) – Domenik Gales – Kevin Reuter – Alexander Deutscher

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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