Kreisliga A Südsaar: SC Blies 2 – SV Gersweiler 2 1:6 (1:2)

Zuschauer: 50

 

Klare Sache nach deutlicher Leistungssteigerung

Verkehrte Welt zur Halbzeit auf dem Bübinger Sportplatz. Der SVG 2 lag gegen deutlich überlegene Gastgeber unverdient, aber höchst effektiv agierend, knapp vorne. Abschnitt zwei sah dann jedoch eine mit dem Sturmtief wetteifernde angriffslustige und stürmische Gersweiler Elf, die einen letztendlich verdienten, wenngleich etwas zu hoch ausgefallenen Sieg eintüten durfte.

Kaum auf dem Bübinger Ausweichgelände des Unwetter geschädigten SC Blies angelangt nahm die Grün-Weiße Reisegruppe den erstbesten Runden Tisch unter ihre Fittiche, ungeachtet dessen das dieser mit Mikro und Schreibutensilien belegt war. Martin, der freundliche Stadionsprecher, jedoch ein äußerst gastfreundlicher und angenehmer Tischpartner, wie sich erweisen sollte. „Ihr kinne Eich gehr do her stelle, käh Problem!“ - „Dann mache ma da ach die Ansache!“ - „Finger weg!“ Der Runde Tisch war schon mal gesichert. Guter Auftakt.

Um auf dem vom Sturm gepeitschten Platz auch die Punkte zu sichern musste die Gersweiler Zweite dann bloß noch gescheit in die Puschen kommen nach der ewig langen und zähen Winterpause.

In Schwarz gewandet betraten die Jungs das Geläuf, der Schiedsrichter ebenso, eine suboptimale Variante, aber durchgewunken scheinbar vom Unparteiischen. „Ich missd mo mei Brill budze, sunnschd krien ich das nid hin!“ - „Un ich missd ma dabba noch ähni kaafe, meini leid widda dehemm!“ - „Sitzgelechenhäde han die hie ach kenn?“ - „Kiehl Du brachschd ach e Spekuliereise, Du halsch Dich krad an da Lehn devunn feschd!“

Den Start der Partie übersehen hatten dann offenbar die Gersweiler Traumtänzer. Nach gerade einmal sechzig Sekunden entwischte ihnen ein Blies-Akteur, konnte eben noch auf Kosten einer Ecke gestellt werden. Diese wurde durch den böigen Wind, der im Verlauf mehr und mehr zunehmen sollte, brandgefährlich und führte zu einem veritablen Kuddelmuddel im Sechzehner. Nix passiert.

Reichlich unsortiert und wild die Aktionen des SVG 2, der sich in den Anfangsminuten überhaupt nicht aus der eigenen Hälfte befreien konnte und ordentlich in Bedrängnis war. Doch einen ersten Gegenzug schloss dann tatsächlich Sascha Jennewein für die Grün-Weißen erfolgreich ab (6.). Die glückliche Führung für die Gäste, die nach allerlei Kalamitäten schon in Rückstand hätten liegen müssen.

In diesem Stil ging es dann weiter. Der SC Blies 2 machte Druck, die Reserve des SVG geriet von einer Verlegenheit in die nächste. Allerdings waren die rar gesäten Gegenstöße allesamt brandgefährlich. Joel Margardts Schuss landete am Außennetz (13.) und mit dem nächsten Angriff stand es 2:0 für den SVG 2. Sebastian Jennewein war zur Stelle gewesen (15.). Die Gersweiler Spieler als Effektivitäts Wunder, wer hätte das je geahnt?

Der Blick aufs Spielgeschehen vom Runden Tisch aus nicht ganz optimal: „Greif mo ahn! Ma geje e Stigg vor!“ - „Jo Eckes, de Disch is inbdoniert, das wird schwer...“

Etwas beruhigt kam das Ganze dann daher, ausgeglichener das Spielgeschehen inzwischen. Doch immer wieder seltsame Schläfrigkeit im Gersweiler Defensivverhalten gegen robuste Gastgeber. „Die Raschbacher han e paar Brogge drin, sin awwa e bissje vaweichlichd wemma se träde dud!“ Die Zweikampfführung durchaus knusprig phasenweise.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde musste Sebastian Otinjak einen Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken, der wohl gesessen hätte. Die Ecke flatterte mit etlichen Sturm bedingten Richtungsänderungen durch den Strafraum, konnte schließlich mit tüchtig Langholz entsorgt werden. Ansehnlich war das alles nicht. „Wenn es sein muss in eine erdnahe Umlaufbahn“ hatte man sich da wohl gerade gedacht.

Dann fiel der Anschlusstreffer unter gütiger Mithilfe des Unparteiischen, der nach einem Bauchplatscher eines Blies Akteurs auf Strafstoß entschied. Hier war er eher einer Schwalbe aufgesessen (40.). Dem Schützen war´s gleich. Rein das Ding zum Halbzeitstand. Bis zu dieser tat sich nämlich nichts mehr erwähnenswertes, außer des Auftritts der Bübinger Stadionkatze, die es sich auf der linken Defensivseite des SVG auf dem Grün bequem gemacht hatte.

Es konnte sich anderen Plätzen zugewandt werden: „De HSV spilld bei St. Pauli. Do sinn wahrscheins zehndausend Bulle debei bei denne ganse Hirnis!“ - „Jo, wie gischda uffem Waldhof, das war nid anaschd.“ Fanprobleme in Bübingen gab es keinerlei zu verzeichnen. Im Gegenteil, in Sachen Völkerverständigung leistet Urpils seit Jahr und Tag vorbildliche Arbeit. Polizei allerdings hatte die Reisegruppe vorsichtshalber mit am Tisch…

Auf diesem jedoch noch anderes Gewerk: „Han Ihr zwei Haiopeis allen Ernschdes Ellebojeschoner debei?“ - „Näh Benny, das sin Sitzkisse!“ - „Weil ihr imma am Runde Disch rumhänge. Machd Sinn!“

Die Wiederaufnahme des Verfahrens gelang dem SVG 2 im Stil der ersten Hälfte, noch kam das Spiel eher aus der arg kalten Hose, doch es sollte stetig besser werden. Der Schiedsrichter der Landesligapartie inzwischen ebenfalls vor Ort: „Hann e Spielplan fier mich?“ - „Näh!“ - „Ich brach denn glei, ich muss laafe gehen!“ - „Das do is de Sportbillie Martin, denn musche siehn!“

Einmal noch wurde es grotesk vogelwild wenige Meter vor dem Gersweiler Gehäuse, jedoch ging auch dieser Moment ohne Schaden zu verursachen vorbei. Der SC Blies hatte beim humorigen Gestochere keinen Erfolg, der SVG 2 konnte klären. Währenddessen entfaltete der Sturm sein volles Volumen, die Bäume wogten wie Palmwedel.

Der schönste Angriff der bisherigen Partie sah eine Jennewein Co-Produktion. Sebastian Jennewein drückte mit dem Kopf eine Hereingabe von Bruder Sascha über die Linie (57.), der dann nur eine Minute später mit überlegtem Treffer zur Vorentscheidung nachlegen konnte.

In Folge dessen rollte ein Angriff nach dem anderen auf die Gastgeber zu, die nun die Waffen gestreckt hatten. Bis zur 65. Minute widerstand die Abwehr, doch gegen den schönen Treffer von Daniel Dreßler war kein Kraut gewachsen. Nun wurde es deutlich.

Neuankömmlinge wurden am Tisch begrüßt: „Es Gummimaul!“ - „De Dummschwäza!“ - „Ihr kenne Eich scheinbar?“

Immer mehr im Fokus derweil das Szenario am Spielfeldrand, wo sich der Spielleiter der Erstmannschaftspartie akribisch vorbereitete: „Gummo! Es Fungemarieche!“ - „So had sich hie noch kähna warm gemachd. Semineschd käh Schirri!“

Ein scheppernder Torpfosten lenkte die Augen wieder aufs Spielgeschehen. Alexander Deutscher war an diesem gescheitert (75.). Sebastian Jennwein bolzte aus kurzer Distanz dem Torwart auf den Leib, der SVG 2 näherte sich statistisch wieder altvertrauter Abschlussquote.

Mit seinem dritten Treffer traf Sebastian Jennewein dann mit feinem Schlenzer zum Endstand. Deutlich verbessert hat sich der SVG den klaren Sieg verdient, der allerdings um ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. Nun steht der unbequeme Derbygast von den Saarwiesen ins Haus, den es zu schlagen gilt, will man seine theoretische Chance wahren.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 17. März um 13:15 Uhr gegen Sportfreunde Burbach 2

SV Gersweiler 2:

Sebastian Otinjak – Jonas Ruth – Sebastian Altmeyer – Daniel Dreßler – Dominik Gales – Joel Margardt – Sascha Jennewein – Philipp Johann – Sofiane Hadj Mohand – Sebastian Jennewein – Andy Schmidt (Alexander Deutscher)

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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