Kreisliga A Südsaar: SV Geislautern 2 – SV Gersweiler 2 1:2 (1:2)

Zuschauer: 50

Eine richtig schwere Geburt im Eberbachtal

Mit Ach und Krach schleppte sich die Gersweiler Zweite über die Ziellinie, hätte sich über einen Punktverlust nicht wirklich wundern dürfen. Nach einem insgesamt sehr diskreten Vortrag darf man sich nun aber vorübergehend sogar über Rang zwei freuen, allerdings trügt das Bild bei genauerer Betrachtung…

Teile der Gersweiler Reisegruppe litten an wochenendlichem Unwohlsein, hatten offensichtlich falsch gefrühstückt: „Ich han Sodbrenne, Macheweh, Alles!“ - „Do wäs ich e guddes Hausmiddel: Urmilch!“

Auf dem Geislauterer Gelände eingetrudelt mussten vor Spielbeginn noch ein paar Umräumarbeiten stattfinden, der Runde Tisch stand in unzureichender Position. Doch mit der neuen Ausrichtung konnte es nicht jedem recht gemacht werden: „Wieso hanna denne Disch dohergeschläfd? Jetz is de Wäch ins Clubheim doppelt se lang!“

Im ungewohnten Weinrot lief die Gersweiler Zweitvertretung aufs frisch verlegte Grün des Geislauterer Sportplatzes. Gewöhnungsbedürftig, aber ganz schick. Doch auch das neue Gewand garantierte noch keine Treffsicherheit frei vor dem Kasten. Kaum losgelegt, bot sich die erste dicke Gelegenheit, der Schuss eines unerkannt gebliebenen Protagonisten machte sich gut in den umliegenden Hecken (2.).

„Jetz kinnd ma iwwerischens gud ins Carnicero esse gehen, de Manne is kumm!“ Am Tisch erste Biestigkeiten der Veteranenrunde. Die aktuellen Vertreter noch mit Schwierigkeiten in die Gänge zu kommen. Die Zweite mit viel Ballbesitz, doch noch ohne daraus Nutzen ziehen zu können.

Jonas Ruth feuerte einen ersten Freistoß deutlich drüber (5.), sonst gab es fürs erste nicht zu vermerken. Geislautern kam zunächst gar nicht ins Spiel, erstmals nach fast einer Viertelstunde kreuzten die Gastgeber in der Nähe des von Sebastian Otinjak gehüteten Gersweiler Kastens auf.

Wenig später dann aber gleich ein zweites Mal und das hatte es richtig in sich. Eine super Flanke fand einen komplett frei stehenden Akteur frei vor dem Tor, doch dieser trat selbstvergessen ein hübsches Luftloch.

Nun ließ der SVG 2 die Angelegenheit urplötzlich mal so richtig schleifen und geriet für eine Weile in arge Verlegenheit. Ein weiteres formschönes Luftloch der Hausherren bewahrte die im Dornröschchenschlaf verharrenden Gäste vor einem nunmehr durchaus verdienten Rückstand. Marlon Herrmann hatte die richtige Antwort parat. Energisch und flink setzte er sich in den Sechzehner durch, behielt die Übersicht und legte den Ball ordnungsgemäß im Langen Eck ab zur Führung für die Grün-Weißen (24.).

Alles schien gut zu werden, ein vernehmliches Grummeln ob des Gebotenen war erst einmal im Keim erstickt – auch das der leeren Mägen: „Dei Chance steije! Die Bud machd grad de Rolllade uff!“ - „Do steije vor allem mei Chance mich se vasaue!“

Im Wachzustand lief das Gersweiler Spiel nun deutlich besser. Alexander Deutscher legte nur zwei Minuten später nach gutem Angriff und schöner Flanke nach, erzielte das nächste Tor für den SVG 2 (26.). Nun schien der Zug ins Fahren zu kommen. Schien.

Ein heilloses Durcheinander herrschte im Geislauterer Strafraum nach einer Ecke, einzig es fehlte ein Vollstrecker (31.). Da war allemal mehr drin bei dem Chaos in der Hintermannschaft der Heimelf.

Die Rückwärtsbewegung des Gersweiler Bummelzuges wurde dann ganz eingestellt. Folgerichtig stand es urplötzlich nur noch 2:1 für den SVG 2 (35.). Eine ziemliche Eselei diese Aktion, weil völlig unnötig.

Humpelnd derweil ein Neuankömmling. Ein Arbeitsunfall war zu verzeichnen: „Ich muss ma mo grad e kald Flasch Bier kaafe. Mir is grad e Schrankdier uff die Zehp gefall!“ - „Willsche domid kühle!“ - „Geh vord! Dringe!“

Umgehend wäre fast der alte Abstand wieder hergestellt worden. Doch Alexander Deuschers Schuss aus etwa 12 Metern wurde von einem Abwehrspieler mit ganz starkem Einsatz gerade noch zur Ecke geblockt (37.).

Kurz vor der Halbzeit war noch ein etwas heftiger Auffahrunfall Höhe Mittellinie zu verzeichnen. Jonas Ruth musste sich eine Weile schütteln, doch es ging schließlich weiter für ihn (40). Fußballerisch ging nichts mehr weiter. Der Halbzeitpfiff beendete den drögen ersten Abschnitt.

„Willschde ach noch e Fläschje han?“ - „Ich würde nicht nein sagen!“ - Ich häd ach leer. Un die Zehp dud ach noch weh!“ Die Abschlüsse der Karteileichen ohne lang zu fackeln. Da grassiert kein Chancentod, alles sitzt. Fast alles: „Was do Leid an de Bud sin! Ich genn wahnsinnisch!“ Diese Chance war dann fürs erste vertan, sollte sich jedoch zeitnah erneut bieten.

Nach Wiederbeginn machten die Gastgeber Druck. Aus einer Ecke ergab sich eine dicke Gelegenheit für diese, der Schuss strich knapp über das Gehäuse (51.). Anschließend sahen die missmutigen Beobachter lange Zeit nur Mittelfeldgeplänkel. Dem agilen Marlon Herrmann bot sich nach etwas mehr als einer Stunde die Möglichkeit für einen weiteren Treffer, daneben jedoch und auch auf Abseits entschieden.

Schwere Lider am Runden Tisch. Sogar ein Kaffee wurde zwischenzeitig gesichtet. Zeit vom Umzugswesen zu berichten: „Mei Schwoa war eijendlich ingedähld die Schränk uff se baue. Er had awwa am Owend vorher Weinprob gehad. Ma han misse umdisponiere! Ma hans sinnlosse!“

Inzwischen wurde auf dem Platz eher Kampfschmusen praktiziert. Es passierte so gut wie nichts mehr. Der SVG 2 hatte gänzlich den Spielbetrieb eingestellt. Geislautern war gar einen Ticken näher an einem weiteren Treffer, doch die ganz große Gefahr ging auch von den Gastgebern nicht aus. Krängend schleppte sich der Gersweiler Kahn dem sicheren Hafen entgegen.

In der 85. Minuten brachten die Grün-Weißen dann doch noch einen brauchbaren Angriff zu Stande.

Jannik Braun verzog jedoch aus guter Position etwas überhastet, hätte den Sack hier zumachen können. Der Gegenzug dann brandgefährlich und der SVG mit Riesendusel. Haarbreit nur verfehlten die Einheimischen das Tor und damit den Ausgleich.

All die Mühsal eines Sonntags schlug derweil am Tisch durch: „Ich hann aweile Mondachs Schmerze, do han ich gar nid gewissd dasses die iwwerhaupt gebbd!“ - „Ich ach. Fro nid!“

Kurzum. Der Schlusspfiff vermied gerade noch einen peinlichen Punktverlust. Das war nicht viel, aber immerhin darf sich der SVG 2 nun vorübergehend mit Rang zwei anfreunden. Allerdings hat Konkurrent Rastpfuhl 2 zwei Partien weniger auf dem Zähler, kann also die zwei Punkte Rückstand wieder aufholen.

Nächstes Spiel: Sonntag, den 07. April um 13:15 Uhr gegen Hermann-Röchling-Höhe 2

SV Gersweiler 2:

Sebastian Otinjak - Gabriel Stieglitz (Felix Kühner) – Jonas Ruth – Marlon Herrmann – Dominik Gales (Sofiane Hadj Mohand) – Philippe Meyer – Dominik Schwartz – Sebastian Altmeyer – Alexander Deutscher (Jannik Braun) – Philipp Johann – Andreas Schmidt

Eckhard Dewes

Pressestelle SV Gersweiler

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